Stolberg: Willi-Fährmann-Schule: Eine Schule, zwei Standorte, ein Konzept

Stolberg: Willi-Fährmann-Schule: Eine Schule, zwei Standorte, ein Konzept

Die Willi-Fährmann-Schule ändert zum Schuljahr 2018/2019 ihr Betreuungskonzept. Die Konzepte der Standorte in Stolberg und Eschweiler werden einander angeglichen. Was das für den Stolberger Standort in der Talstraße bedeutet? Die ersten bis sechsten Jahrgangsstufen werden im gebundenen Ganztag geführt, der verpflichtend ist.

Bisher bot die Schule in Stolberg einen offenen Ganztag an. 26 Kinder hatten an fünf Tagen in der Woche die Möglichkeit, bis 15 Uhr in der Schule zu bleiben. Am Eschweiler Standort wurde das Konzept des gebundenen Ganztages bereits in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn eingeführt und wird ab dem kommenden Schuljahr auch auf die Primarstufe (Klassen eins bis vier) ausgeweitet.

Für Schulleiterin Sabine Seifert — die auch den Hauptstandort in Eschweiler leitet — und ihr Team war schnell klar, dass man an beiden Schulen ein einheitliches Konzept anbieten wolle. So musste ein Kompromiss her. An drei Tagen in der Woche wird es ab dem kommenden Schuljahr den gebundenen Ganztag geben. Bis 15.15 Uhr bleiben die Kinder dann in der Schule. Für das kommende Schuljahr rechnet Sabine Seifert mit rund 60 Schülern, die mit dem gebundenen Ganztag starten. Die Jahrgänge sieben bis zehn sind in Stolberg nicht von dem neuen Konzept betroffen. „Für uns ist das eine schöne Herausforderung“, sagt Seifert.

Ihr sei es vor allem wichtig, die Eltern in die Planung mit einzubeziehen. „Wir möchten, dass die Eltern die Zukunft ihres Kindes mitgestalten können“, sagt sie. Doch nicht alle Eltern stehen dem neuen Konzept ausschließlich positiv gegenüber. „Es gibt auch Eltern, die kritisch sind“, sagt Seifert. Vor allem in den Primarstufen. Seifert weiß jedoch, dass es gerade in der ersten Klasse am Nachmittag keinen Unterricht geben wird. „Da gibt es dann eher kreative, Sport- oder Entspannungsangebote. Wir wollen die Kinder ja auch langsam an den gebundenen Ganztag heranführen“, so Seifert.

Sie sieht in dem Konzept einen großen Vorteil. „Die meisten Kinder haben schon im Kindergarten Erfahrung mit der Nachmittagsbetreuung gesammelt. Wenn sie in die Schule kommen, fallen sie mit dem Halbtagsunterricht nicht in ein Loch und müssen sich dann im fünften Schuljahr nicht erst an den Ganztag gewöhnen. So ist es ein fließender Übergang“, sagt sie.

Gibt es auch personelle Veränderungen? Der Schule stehen, aufgrund des gebundenen Ganztags, zusätzliche Lehrerstellen zu, die die Bezirksregierung im Rahmen der Haushaltsvorgaben auch zuweisen werde, sagt Seifert. Besonders stolz ist man am Stolberger Standort auch auf die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Von ihm wird das Team an der Willi-Fährmann-Schule im Rahmen der Nachmittagsbetreuung unterstützt.

Und welche Kosten entstehen mit der Umsetzung des neuen Konzeptes für die Stadt Stolberg? Die Kosten durch den Wechsel vom offenen zum gebundenen Ganztag beschränken sich für die Stolberger Verwaltung auf die ganztagsbedingte Schulausstattung.

Dazu zählt der Umbau der Mensa. Momentan essen die Schüler noch in einem Klassenraum. Mit einem Durchbruch will man diesen vergrößern. Bereits für das Jahr 2017 wurden dafür 10.000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt. Die gleiche Summe ist für 2018 angemeldet. Ein Caterer, der die Schule mit Essen beliefert, konnte bereits gefunden werden.