Wiederbelebung auf dem Kaiserplatz

Wiederbelebung auf dem Kaiserplatz: Zwei Hände können Leben retten

„Jeder Mensch kann ein Leben retten!“ Dazu braucht man lediglich zwei Hände und den Mut, im Notfall die Initiative zu ergreifen. Die Gelegenheit zum Handeln haben die Kupferstädter am Dienstag, 16. Oktober – am „World Restart a Heart“-Day.

Weltweit wird mit unterschiedlichen Aktionen die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Laien-Reanimation gelenkt. Das #Drückmich-Team vom „Bethlehem“ wird am Dienstag von 14 bis 18 Uhr auf dem Kaiserplatz mit Passanten die Herzdruckmassage üben. „Es sind nur wenige Handgriffe, das dauert keine fünf Minuten und ist kinderleicht“, verspricht Julia Kittel vom #Drückmich-Team.

Die junge Frau arbeitet in der Intensivstation des Bethlehem Gesundheitszentrums. Dort ist die Keimzelle des #Drückmich-Teams, das regelmäßig Schüler in der Laienreanimation ausbildet und dabei auch von der Stolberger Feuerwehr sehr unterstützt wird.

Aktuell fallen jährlich bis zu 150 000 Menschen in Deutschland dem plötzlichen Herztod zum Opfer. „Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar, würden die Ersthelfer eine Herzdruckmassage durchführen“, sagt Teamkollegin Ines Krasny.

Die Zahlen sprechen für sich: Mit einer Herzdruckmassage verdoppelt bzw. verdreifacht sich die Überlebenschance der Betroffenen. Das eigentliche Problem sind nicht verspätete Rettungswagen, sondern Ersthelfer, die die Zeitspanne bis zum Eintreffen des Notarztteams ungenutzt verstreichen lassen.

Was dramatische Folgen für den Betroffenen hat, denn schlägt das Herz nicht mehr, kann auch kein sauerstoffreiches Blut durch den Körper gepumpt werden. Nach drei Minuten ohne Sauerstoffzufuhr hat das Gehirn irreparablen Schaden genommen. Bedenkt man nun, dass ein Krankenwagen im Stadtgebiet rund sieben Minuten bis zum Eintreffen am Einsatzort benötigt, wird klar, warum die Laienreanimation so wichtig ist.

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