Stolberg: Widerstand gegen Windparks in Eschweiler

Stolberg: Widerstand gegen Windparks in Eschweiler

Die Energiewende erhitzt die Gemüter: Während Umweltaktivisten die Abläufe in Tagebauen stören, wettern Bürger gegen Windparks vor der Haustüre. Zumindest in Weisweiler scheint der Protest zu fruchten: Wie unsere Zeitung auf Anfrage erfuhr, ist die Zahl der Einwände gegen das „Repowering“ auf der Halde Nierchen mit etwa 150 dermaßen hoch, dass sich im Eschweiler Rathaus inzwischen die Stimmen häufen, dass die Pläne in der Schublade bleiben.

Sowohl die Menschen in Langerwehe als auch in Weisweiler machten auch schon bei Bürgerversammlungen deutlich, was sie von der Idee halten, die neun derzeitigen Windräder durch vier zu ersetzen, die deutlich höher sind: nichts. Die Einwände der Bürger werden von Fachingenieuren bewertet.

Die Eschweiler Stadtverwaltung sortiert die Widersprüche, ehe sie den Kommunalpolitikern mit einem Beschlussvorschlag vorgelegt werden. „Der Bürgerwunsch ist sehr deutlich, dies muss man auch respektieren“, sagte Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde.

Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Eschweiler hat im April die Offenlage der Pläne einstimmig beschlossen. Die Gemeinde Langerwehe folgte wenige Wochen später. Zwei Aspekte sind den Weisweilern ein Dorn im Auge: Mit einer Gesamthöhe von etwa 170 Metern sind die geplanten Anlagen deutlich höher als die bisherigen mit etwa 100 Metern Gesamthöhe. Viele Anwohner befürchten eine „bedrückende Wirkung“.

Proteste gegen Windkraftanlagen sind in Eschweiler nichts Neues. In einer ersten Potenzialanalyse ermittelte die Stadt Flächen, wo Windräder stehen können. Hauptkriterium war der ausreichende Abstand zu Häusern. Übrig blieben wenige Areale, unter anderem eines im Südosten vor Heistern. Dort reagierten die Menschen, gründeten eine Bürgerinitiative und verhinderten vor zwei Jahren den möglichen Bau von Windrädern an dieser Stelle.

Auch in Lohn und Fronhoven waren die Menschen wenig erfreut, als erste Pläne des Windparks vorsahen, das erste Rad einen Kilometer vom Ortsrand entfernt hinzusetzen. Die Menschen ihrem Unmut Luft und setzten sich zumindest teilweise durch.