Stolberg: Wenn Stolberger an der Spitze der Fifa stünden...

Stolberg: Wenn Stolberger an der Spitze der Fifa stünden...

Die Fußball-Welt blickt wieder mal auf Zürich. Dort wird am Freitag der neue Fifa-Präsident gewählt. Es geht um die Nachfolge des umstrittenen Joseph Blatter, der den Weltverband seit 1998 geführt hat. Doch was wäre wenn regionale Fußballvereine an diesem Tag etwas zu sagen hätten?

Die Fifa ist in dieser Zeit von manchem Skandal erschüttert worden, auch in den vergangenen Monaten; oft geht es um Korruption, Bestechung und andere Verfehlungen, zuletzt sind hochrangige Funktionäre verhaftet worden. Der neue Präsident wird die schwierige Aufgabe haben, das zerstöre Vertrauen in den Verband wiederaufzubauen.

Frank Laumen ist der Vorsitzende des Spielvereins Breinig.

Fünf Kandidaten gehen ins Rennen um den Posten: Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino — dessen Kandidatur unter anderem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt —, der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein, Tokyo Sexwale aus Südafrika, der Franzose Jérôme Champagne und Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain haben sich in Stellung gebracht. Ab 13 Uhr wird es am heutigen Freitag spannend.

Thorsten Meier ist Pressewart beim Vfl Vichttal zuständig

Doch was wäre wenn regionale Fußballvereine an diesem Tag etwas zu sagen hätten? Was wäre, wenn vielleicht Stolbergs Klubvorsitzende den Thron besteigen dürften? Was würden sie ändern?

Axel Wirtz, MdL (CDU), ist Vorsitzender der SG Stolberg.

Für den fiktiven Fall, dass ein Vorsitzender der hiesigen Vereine Fifa-Präsident werden könnte, haben drei Vertreter eine Antwort auf die Frage „Was wäre Ihre erste Handlung?“ gefunden: „Meiner Meinung nach geht es in erster Linie darum, das Vertrauen bei den Fußballverbänden, Funktionären aber auch allen anderen Personen und den Fans zurückzugewinnen. Aufgrund der Presseberichte und der Fakten muss das Ziel sein, dass wieder eine Basis hergestellt wird, die ein einheitliches Auftreten innerhalb der Fifa gewährleistet und die Akzeptanz hergestellt wird. Dann können Entscheidungen getroffen werden und sollten sich die Korruptionsverdachtsmomente gegen Personen erhärten, müssen diese mit aller Konsequenz aufgedeckt und verfolgt werden“, sagt Frank Laumen, Vorsitzender des SV Breinig.

Und auch Axel Wirtz, MdL und Vorsitzender der SG Stolberg, setzt auf Vertrauen: „Erstes Ziel muss es sein, verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Ich würde mich an die Spitze der Bewegung setzen, so dass eine lückenlose Aufklärung aller Verfehlungen erfolgt. Alles muss auf den Tisch und ans Licht der Öffentlichkeit. Ich halte auch den Kontakt zu den Nationalverbänden für wesentlich; die Fifa darf nicht der ferne, für die Basis fremde und befremdlich wirkende Tiger sein“, sagt er.

Thorsten Meier, Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit beim VfL 08 Vichttal, findet ebenfalls klare Worte: „Meine erste Handlung als neuer Fifa-Präsident wäre die Offenlegung sämtlicher Gehälter oder Aufwandsentschädigungen von Fifa-Exekutionsmitgliedern inklusive die des Präsidenten. Zudem würde ich eine Art Losmodell einführen, welches final nach vorweg erfolgten Ausschlusskriterien die Vergabe einer Weltmeisterschaft entscheidet, umso der Korruption Einhalt zu gebieten.“

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