Diabetes-Tag im MVZ Stolberg: Wenn Kribbel- und Kältegefühle die Füße erreichen

Diabetes-Tag im MVZ Stolberg : Wenn Kribbel- und Kältegefühle die Füße erreichen

Udo Kallenberg hatte gerufen – und rund 20 Patienten waren seiner Einladung in das Medizinische Verfügungszentrum (MVZ) in der Stolberger Innenstadt gefolgt, um sich über das Thema Diabetes zu informieren.

Die Veranstaltung am Kaiserplatz bestritt der Facharzt im Übrigen nicht allein: Zur Verstärkung hatte er noch Elisabeth Dalick, ihres Zeichens Podologin im Uniklinikum Aachen und somit Fachfrau für kranke Füße, in die Kupferstadt verpflichtet.

Beide Referenten nahmen ihre Zuhörer durch ihre unkomplizierte Art der Informationsvermittlung für sich ein. Zusätzlich hatten Kallenberg und seine Mitstreiter einen Informationstisch aufgebaut, an dem die Besucher speziell für die Bedürfnisse von Diabetikern zugerichtete Schuhe in Augenschein nehmen konnten.

Die Sache mit dem Begreifen – die hatte in Stolberg eine sinnlich fassbare Qualität. An den Füßen zuckerkranker Menschen nahmen Kallenberg und Dalick die Spur einer Krankheit auf, die man im Grunde nicht sieht: die Diabetische Polyneuropathie, eine schmerzhafte Veränderung des Nervensystems.

Als besondere Risikofaktoren machte der Arzt dabei unter anderem andauernde Bluthochdruck- und Blutzuckerwerte, zu hohen Alkohol- und Nikotinkonsum sowie mangelnde Bewegung aus. Der Patient selber bemerke zuerst im Ruhezustand Schmerz-, Kribbel- und Kältegefühle – und zwar symmetrisch an genau den gleichen Stellen in beiden Beinen.

Die Folgen dieser ganz speziellen Polyneuropathie sind überaus vielfältig, wie Kallenberg aus profunder Kenntnis ausführte. Veränderung in der Muskulatur des Verdauungstraktes, Infekte des Harnwegs und Störungen der Sehfähigkeit führte der Experte dabei auf.

Mit praktischen Ratschlägen war seine kenntnisreiche Co-Referentin ebenfalls bei der Hand: Täglich die Füße inspizieren, sie lieber zwei- als einmal am Tag eincremen, Schutzschuhe tragen und alle vier bis fünf Wochen bei der Podologin vorbeischauen. Zur Belohnung für das konzentrierte Zuhören gab es immer wieder Lebenshilfe pur zum Mitnehmen. Mehr zum Thema gibt es unter www.diabetischer-fuss.behandeln.de.

(chh)