Stolberg: Weniger Gäste und Übernachtungen in Stolberg

Stolberg : Weniger Gäste und Übernachtungen in Stolberg

Ist es nur eine vorrübergehende Flaute oder ein ernst zu nehmendes Problem? Die Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. In beiden Fällen um über sieben Prozent. Woran das liegen könnte? Und warum die Statistik — laut der Stolberger Verwaltung — nicht die Realität widerspiegelt? Dazu später mehr.

Zwischen Januar und Juni werden die Daten von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) erfasst. Wie Stolberg abschnitt? 10289 Gäste kamen im Jahr 2017 in Stolberg an. Im vergangenen Jahr waren es 9505. Macht ein Minus von 7,6 Prozent. Noch deutlicher wird dieses, wenn man die Zahl der Gäste aus dem Ausland miteinander vergleicht. Waren das 2017 noch 2787 Menschen, so besuchten die Stadt 2018 insgesamt 2123 Menschen. Ergibt ein Minus von 23,8 Prozent.

Minus von 7,7 Prozent

Bei den Übernachtungszahlen sieht es ähnlich aus. 22157 Menschen übernachteten 2017 in Stolberg, 2018 waren es 20448. Ergibt ein Minus von 7,7 Prozent. Bei den ausländischen Gästen betrug das Minus sogar 28,9 Prozent. 2017 verbrachten 6749 Menschen die Nacht in der Kupferstadt, 2018 waren es 4798 ausländische Gäste.

Die Aufenthaltsdauer blieb allerdings konstant. Sie betrug 2017 und 2018 insgesamt 2,2 Tage. Bei den ausländischen Gästen sank die Aufenthaltsdauer von 2,4 Tage in 2017 auf 2,3 Tage in 2018. Eine kürzere Aufenthaltsdauer können die Stadt Aachen und Roetgen (beide 1,9 Tage), Baesweiler (1,7 Tage) und Eschweiler (1,6 Tage) verzeichnen. Und auch in den anderen Kategorien ist die Kupferstadt nicht das Schlusslicht in der Städteregion (siehe Infobox).

Ein kleines Minus muss Stolberg auch bei den Betrieben verzeichnen. Gab es 2017 noch neun mit insgesamt 405 Betten, waren es in diesem Jahr acht Stück mit 403 Betten. Camping-Stellplätze gibt es im Stolberger Stadtgebiet weiterhin nicht. Die Auslastung der angebotenen Betten ist ebenfalls leicht gesunken. 2017 betrug sie 31,7 Prozent. In diesem Jahren waren es 29,1 Prozent.

Stolbergs Touristik-Chef Jürgen Gerres kann der Statistik allerdings nicht allzu viel abgewinnen. „In der Statistik werden lediglich Betriebe mit mehr als zehn Betten aufgeführt, daher spiegelt es nicht die gesamte tatsächliche Auslastung wider“, sagt er. In dieser Kategorie gebe es im gesamten Stolberger Stadtgebiet nämlich nur acht Betriebe. Darüber hinaus sind jedoch auch noch 32 Ferienwohnungen gemeldet. „Da diese nicht mehr als zehn Betten haben, sind diese nicht in der Statistik erfasst, jedoch nach unseren Informationen sehr gut frequentiert“, meint Gerres.

„Sehr gut frequentiert“

Auch das Angebot der Stolberg-Touristik sei nach wie vor „sehr gut frequentiert“ und es sei kein Rückgang an Anfragen und Besuchen zu verzeichnen. „Wir werden das gute Ergebnis aus dem Vorjahr zumindest halten“, zeigt sich Gerres zuversichtlich. Im Vergleich zu 2016 konnte im vergangenen Jahr in den verschiedenen Kategorien ein Plus bei den Übernachtungen von 18,3 und bei den Gästeankünften von 8,9 Prozent verzeichnet werden.

Für die Ausführungen von Gerres spricht die Entwicklung der Führungen, die im Statistischen Jahresbericht der Stadt festgehalten ist. Wurden 2015 insgesamt 271 Führungen (davon 15 Themenführungen) angeboten, waren es 2016 insgesamt 284 (17 Themenführungen) und 2017 dann 331 Führungen (18 Themenführungen). Die Zahl der öffentlichen Führungen stieg von 64 (in 2015) über 67 (in 2016) auf 69 (in 2017) und die Zahl der gebuchten Führungen von 2017 (in 2015) über 220 (in 2016) und 262 (in 2017).

(se)