Stolberg: Wartungsarbeiten: Zwischen Stolberg und Aachen fallen Züge aus

Stolberg: Wartungsarbeiten: Zwischen Stolberg und Aachen fallen Züge aus

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass die Hauptstrecke zwischen Stolberg und Aachen komplett für den Zugverkehr gesperrt werden muss, erklärt der Sprecher der Deutschen Bahn. Von heute Abend an wird zum zweiten Mal in diesem Monat der Verkehr auf der wichtigen Achse zwischen Lüttich und Köln in Höhe der Kupferstadt gekappt.

Vor drei Wochen waren es Arbeiten an der Brücke im Lehmsiefen. Dort überqueren die Gleise der Deutschen Bahn die Linie der Vennbahn.

Bereits bis hinter den Bahnübergang nach Forsthaus Weiden liegen die neuen Gleise, die die Euregio-Bahnstrecke mit dem derzeit letzten Haltepunkt in St. Jöris verbinden. Foto: J. Lange

An diesem Wochenende liegen die Gründe für die Sperrung näher an Aachen. Dort erfolgt im Bereich des Hauptbahnhofes ein Fahrdrahtwechsel: Überalterte Oberleitung wird durch neue Stromdrähte ersetzt. Außerdem wird nahe der belgischen Grenze eine Brücke saniert, unter der ebenfalls ein Bahnlinie führt. „Solche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten machen wir am liebsten, wenn der Schienenverkehr möglichst gering ist“, so der DB-Sprecher. Und das sei nun einmal an den Wochenende.

So wie an diesem. Von heute ab 23.45 Uhr durchgehend bis Montag, 3. November, um 5.35 Uhr fährt kein Zug zwischen Stolberg und Aachen.

Durch diese Arbeiten fallen alle Züge der Linien RE 1 und RE 9 sowie die Züge der Euregiobahn (RB 20). Sie werden durch Busse ersetzt. Durch die Fahrtzeit der Busse verlängert sich die Reisezeit um rund 20 Minuten.

Die ICE-Züge (Köln — Brüssel) werden zwischen Aachen und Köln in beiden Richtungen umgeleitet. Die Fahrzeit wird durch die Umleitung um rund 50 Minuten verlängert. Einzelne ICE-Züge werden bereits bis zu eine Stunde früher in Lüttich, Köln bzw. Frankfurt/Main abfahren. Einige Züge fallen zwischen Köln und Frankfurt/Main aus. Auch bei den Thalys-Zügen von und nach Paris kommt es zu Umleitungen und Haltausfällen.

Derweil macht der Ringschluss der Euregiobahn zwischen St. Jöris und Stolberg deutliche Fortschritte. Der neue Schienenstrang liegt bereits bis über den Bahnübergang nach Forsthaus Weiden hinaus.

Elektrifizierung ab 2017

Eine wirklich feuchte Angelegenheit für das von der Stolberger Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) beauftragte Spezialunternehmen ist der Bau einer Betonwanne im Lehmsiefen nahe dem Bahnübergang Steinbachstraße. Gut 700 Meter lang sein wird der Trog, um die Gleise trockenen Fußes durch das Sumpfgebiet legen zu können. Dabei muss die aus dem Gründerjahr 1896 stammende Unterführung der Hauptstrecke ein Meter unterhalb des bisherigen Niveaus gelegt werden, damit die Euregio-Bahnstrecke auch elektrifiziert werden kann. Das ist allerdings erst ab 2017 vorgesehen.

Diese Wanne entsteht in drei großen Schritten: An die Seiten werden zunächst eiserne Spundwände gesetzt, dann folgt der Boden aus Unterwasserbeton und zum Schluss eine eisenarmierte Betonauskleidung der Wanne. Bis Ende nächsten Jahres soll die letzte Meile bis zum Hauptbahnhof geschafft sein. Dann wird die Euregiobahn nach der Einstellung des Verkehrs 1984 wieder von Stolberg aus nach Herzogenrath fahren.

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