Neuer Bürgermeister für Stolberg: Wahl wird zum spannenden Krimi

Neuer Bürgermeister für Stolberg : Wahl wird zum spannenden Krimi

Dass es am Ende so knapp werden würde, damit hatte am Sonntag Abend wohl niemand gerechnet. Würde Patrick Haas (SPD) sich gegen Andreas Dovern (CDU) und Bernd Engelhardt (FDP) durchsetzen? Oder würde es doch auf eine Stichwahl am 16. Juni hinauslaufen? Vor allem mit den Kandidaten hätte man an diesem Abend wohl nicht tauschen wollen.

Die Zitterpartie ging über Stunden und die Nerven dürften wohl ganz schön blank gelegen haben. Um 22.11 Uhr lag Haas bei 49,82 Prozent. Ein Stimmbezirk fehlte allerdings noch. Am Ende lautet das Ergebnis 49,44 Prozent für Haas und damit Stichwahl.

Nach 34 von insgesamt 36 Stimmbezirken lag Haas – wenn auch knapp – noch mit 50,15 Prozent vorne. Bereits um kurz nach 20 Uhr waren 25 Bezirke ausgezählt. Bereits zu diesem Zeitpunkt lag Haas schon über 50 Prozent. Kurz vor dem Ende der Auszählung sah es ebenfalls noch so aus, als würde der 36-Jährige sich durchsetzen.

Die SPD-Polit-Prominenz aus Bund und Land hatte sich gegen 21.15 Uhr im gut gefüllten Stolberger Ratssaal eingefunden. Neben dem Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling war auch die Bundestagsabgeordnete Claudia Moll nach Stolberg gekommen, um Haas zu unterstützen.

Stolberg wählt einen neuen Bürgermeister. Foto: Jürgen Lange

Doch nicht nur das Interesse der Politik, sondern auch das der Bürger war bei dieser Wahl hoch. Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen. Bereits um 12 Uhr lag die Wahlbeteiligung für die Bürgermeisterwahl bei 27,94 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt war die Wahlbeteiligung für die Europawahl bei 29,99 Prozent angekommen. Knapp vier Stunden später lag die Wahlbeteiligung für die Europawahl bei 51,76 Prozent. 2014 lag die Wahlbeteiligung in Stolberg insgesamt bei 53,22 Prozent.

Und wie sah es in Sachen Bürgermeisterwahl aus? Stand 16 Uhr gab es 44.372 Wahlberechtigte, davon 7680 Briefwähler und 36.692 Urnenwähler, von denen wiederum 13.863 Stolberger ihre Stimme im Wahllokal abgegeben haben. Das macht 48,51 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag um kurz vor 22 Uhr bei 50,78 Prozent.

Ein wenig höher – genauer gesagt 51,49 Prozent – war sie bei der letzten Komkunalwahl im Jahr 2014. Damals gab es sogar sieben Bewerber um das Amt des Bürgermeisters. Der damals amtierende Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD) erreichte allerdings nur 28,97 Prozent der Stimmen. Tim Grüttemeier (CDU) setzte sich dafür im ersten Wahlgang mit stolzen 51,75 Prozent gegen seine Konkurrenten durch. Drittstärkster Kandidat war vor fünf Jahren übrigens Alex Kaldenbach (parteilos). Damals waren außerdem noch Mathias Prußeit für die LInke, Klaus F Kratz für die UWG, Willibert Kunkel für die NPD und Wolfgang Maskos für die REP angetreten. Prußeit erreichte 3,64 Prozent, Kratz kam auf 2,89 Prozent, Kunkel erhielt 1,16 Prozent und Maskos bekam 0,55 Prozent der Stimmen.

Die FDP hatte damals keinen Kandidaten ins Rennen geschickt. Damals sei man der Meinung gewesen, dass Tim Grüttemeier der richtige Mann für Stolberg gewesen sei, erklärte der diesjährige Kandidat Bernd Engelhardt. Das sah die Partei diesmal anders.

Mit Engelhardt schickte sie einen Kandidaten ins Rennen, der bereits drei Mal als Bürgermeisterkandidat angetreten war. Zum ersten Mal trat Bernd Engelhardt 1999 als hauptamtlicher BM-Kandidat an und erhielt 2,57 Prozent der Stimmen. Damals setzte sich Hans-Josef Siebertz (CDU) durch. Im Jahr 2004 trat Engelhardt erneut an; 7,52 Prozent der Stimmen entfielen auf ihn. In einer Stichwahl setzte sich Ferdi Gatzweiler (SPD) gegen Hans-Josef Siebertz (CDU) durch. Auch 2009 trat Engelhardt an und sicherte sich 6,15 Prozent. Erneut wurde Ferdi Gatzweiler zum Bürgermeister gewählt. Diesmal rechnete Engelhardt sich Chancen auf ein Ergebnis über zehn Prozent aus.

Dass es am Ende dann doch so spannend werden würde, damit hätte am Mittag wohl niemand gerechnet. Foto: Jürgen Lange

Um kurz vor 22 Uhr hatte er dieses Ergebnis knapp verfehlt. Zufrieden war er allerdings trotzdem. „Ich bin mit meinem Ergebnis nicht unzufrieden. Nun müssen wir versuchen, dieses Ergebnis auch in die Kommunalwahl rüberzuholen“, so Engelhardt gestern Abend.

Um kurz vor 19 Uhr waren die ersten beiden Stimmbezirke ausgezählt. Zwei Stimmbezirke sind ausgezählt. Patrick Haas lag bereits zu Beginn bei 52,25 Prozent. Andreas Dovern kam auf 37,04 Prozent. Bernd Engelhardt erreichte 10,71 Prozent. Der Wahl-Krimi zog sich bis kurz vor 22 Uhr. Während Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger das Ergebnis der Europawahl verkündete, machte das Gerücht einer Abstimmungspanne die Runde. Um 22.38 Uhr stand das Ergebnis dann fest: Am 16. Juni geht´s für Patrick Haas und Andreas Dovern in die Stichwahl und für die Stolberger wieder an die Urne.

Alle Zahlen gibt es hier.

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