VR-Bank schließt fünf Filialen: Stolberg-Atsch ist eine davon

Zum 31. Mai: VR-Bank schließt auch Filiale in Stolberg

Die Filiale an der Ecke von Sebastianusstraße und Waldmeisterhütte in Atsch ist eine von fünf Zweigstellen, die die VR-Bank in der Region schließt. Zum 31. Mai sollen die Kunden durch andere Filialen betreut werden.

Die VR-Bank - Region Aachen schließt Ende Mai ihre Filialen in Atsch sowie in Linden-Neusen (Würselen), Broicher Siedlung (Alsdorf), Verlautenheide (Aachen) und Weisweiler (Eschweiler). Diese Filialen werden mit anderen im Geschäftsgebiet zusammengelegt. Die Vorstände, Siegfried Braun und Christof Klein, sowie Prokurist Frank Lüder erklärten den Schritt am Dienstagmorgen gegenüber unserer Zeitung mit einem sich verändernden Nutzerverhalten von Mitgliedern und Kunden.

„In den Filialen ist längst nicht mehr so viel los, wie das in früheren Zeiten der Fall war“, sagte Braun. Immer mehr Bankgeschäfte erledigten Kunden per Telefon oder über das Internet. Personelle Konsequenzen sollen die Schließungen nicht haben, Arbeitsplätze gingen nicht verloren.

Vier Bankautomaten bleiben

In vier der fünf Geschäftsstellen, die geschlossen werden, sollen die Bankautomaten erhalten bleiben. Perspektivisch sei vorstellbar, dass man in den Kommunen aber nach günstigeren Aufstellmöglichkeiten für die Automaten suche, dafür brauche es keine ganze Filiale. Dies könnte je nach weiterer Verwendung des bisherigen Geschäftsstellengebäudes für die Atsch zutreffen. Lediglich in der Broicher Siedlung soll der Automat aufgrund des Umzugs ganz wegfallen.

Atsch zur Rathausstraße

Die Filialen Linden-Neusen und Broicher Siedlung werden mit Broichweiden zusammengelegt, wo die Öffnungszeiten ausgeweitet würden, hieß es. In Broichweiden handele es sich bisher um eine sogenannte Tandem-Filiale, die nur halbtags geöffnet ist. Das werde sich mit der Umstellung zu Beginn des Juni ändern. Weisweiler wird mit Langerwehe zusammengelegt, weil die Erreichbarkeit dort sehr gut sei, wie Braun erklärte.

Die Atscher Filiale werde mit jener an der Rathausstraße in der Innenstadt in rund zwei Kilometer Entfernung verschmolzen. Die Verlautenheider Geschäftsstelle soll in die Haarener Filiale umziehen, „weil die beiden Teilgebiete auch zu einer Bezirksvertretung gehören“.

„Mittlerweile bekommen 30 Prozent unserer Kunden ihre Kontoauszüge in ein elektronisches Postfach eingestellt“, erklärte Lüder. „Zurzeit führen wir 60 Prozent unserer Girokonten online, sowohl bei den Firmenkunden wie bei den Privatkunden. 2010 waren das gerade mal 36 Prozent.“ Schlangen am Schalter gehörten der Vergangenheit an und das bereite auch der größten Genossenschaftsbank in der Region Probleme, weil „in den Filialen nicht mehr die Auslastung stattfindet, wie wir sie früher kannten“, sagte Braun.

Hinzu komme, dass sich einige der Filialen in kleinen Ortsteilen befinden und aufgrund dessen bei dem Anteil, den die VR-Bank - Region Aachen am Markt habe – nach eigener Aussage etwa 20 bis 21 Prozent –, die Kundenzahlen auch entsprechend überschaubar seien. Bei der Zusammenlegung von einigen Filialen gehe es nun darum, zukunftsfähige Standorte zu schaffen, die eine kritische Größe erreichen. „Mit der Verlegung der fünf Geschäftsstellen wollen wir Beratungskompetenz bündeln und ein vernünftiges Kundenpotenzial auf eine Geschäftsstelle konzentrieren“, erklärte Klein.

Die vier Mitarbeiter der betroffenen Filialen waren Anfang Januar bereits über die Entscheidung, die Ende vergangenen Jahres getroffen wurde, unterrichtet worden.

Braun: „Für die Mitarbeiter hat das im Grunde überhaupt keine Auswirkung. Sie wandern zwei Kilometer weiter in die nächste Geschäftsstelle und das war es.“ Die übrigen Mitarbeiter wurden vergangene Woche Mittwoch in einer Betriebsversammlung über die Schließungen informiert.

Überlegungen zu Gebäuden

Drei der fünf Immobilien, in denen die betroffenen Geschäftsstellen derzeit noch untergebracht sind, hat die VR-Bank angemietet. Bei dem Objekt in Verlautenheide handelt es sich um Teileigentum der Bank. Denkbar sei, es in Zukunft zu vermieten. Das städtebaulich markant gelegene Gebäude in Atsch an der Ecke von Sebastianusstraße und Waldmeisterhütte – bis zu dem Neubau stand bis in die 1970er Jahre ein gesprengter Weltkriegsbunker auf dem Grundstück – gehört der VR-Bank alleine, allerdings sei noch nicht abschließend geklärt, wie künftig damit verfahren werde.

„Da sind wir noch in Überlegungen“, sagte Braun. Auch dieses Gebäude könne man vermieten, „es kann aber auch sein, dass wir es zu bankeigenen Zwecken verwenden“.

(-jül-)
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