Vorentwurfsplanung zum Heinrich-Böll-Platz diskutiert

Heinrich-Böll-Platz: Diskussion über Bäume und Parkraum

Für wen ist der Aufenthaltsbereich auf dem Heinrich-Böll-Platz vorgesehen? Ist die Anzahl von Parkplätzen überhaupt vertretbar? Und was hat es mit dem Fällen der Bäume auf sich? Nicht nur die Politik hatte noch einige Nachfragen zur Vorentwurfsplanung des Heinrich-Böll-Platzes, sondern auch die Bürger.

Bereits in der Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) kam das Thema am Mittwoch auf. Näher ins Detail ging man dann nach einem Vortrag des Büros Scape, das die Vorentwurfsplanung bereits bei einer Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit präsentierte (wir berichteten).

Vor allem das Thema Parkplätze rief unterschiedliche Meinungen hervor. Während Bürger Herbert Bank hinterfragte, ob die Anzahl an Parkplätzen – insgesamt 29 Stück – vertretbar sei und warum diesen eine große Priorität zugewiesen würde, war die SPD anderer Meinung. „Es ist richtig, dass wir für eine ausgeglichene Parkplatzbilanz sorgen“, meinte Rolf Engels (SPD). Man könne die Stadt nur attraktiv machen, wenn man eine Mischung aus Aufenthaltsqualität und Mobilität erreichen würde.

Zudem müsse man davon ausgehen, dass die Zahl der Fahrzeuge in den kommenden Jahren weiter ansteigen würde. Außerdem verwies Engels darauf, dass der Platz und die dahinter liegenden Einrichtungen, zu denen ein Kindergarten sowie Arztpraxen und Anwaltskanzleien gehören, weiterhin gut erreichbar sein müssen – nicht nur durch den ÖPNV.

Um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz künftig zu steigern, schlug Engels vor, diesen mit einer Skulptur – ähnlich wie auf dem Offermann-Platz, die im Rahmen des Schmiedefestes entstand – zu versehen. Auch die Öffnung der Bachmauer sollte ermöglicht werden, meinte Engels.

Zum Thema Aufenthaltsqualität hatte auch Herbert Bank im Rahmen der Einwohnerfragestunde Gesprächsbedarf. Er wollte wissen, wer diese genießen soll und für wen sie vorgesehen sei. Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm erklärte, dass dieser Platz für jeden Bürger offen sei. „Wenn wir die Innenstadt beleben wollen, müssen wir auch ein Angebot dafür schaffen“, so Röhm.

Ganz und gar nicht mit dem Konzept einverstanden war Gabi Halili (Linke). Es entspreche nicht dem Klimakonzept, das ebenfalls im Ausschuss vorgestellt wurde. Außerdem sei eine Neugestaltung des Platzes nicht notwendig, „vor allem vor dem Hintergrund, dass es hier wieder nur um 29 Parkplätze geht“, so Halili. Zudem merkte Halili an, dass bereits Bäume auf dem Heinrich-Böll-Platz gefällt worden seien, und das gehe gar nicht. Tobias Röhm entgegnete daraufhin, dass dies unabhängig von den Planungen und im Rahmen einer Verkehrssicherungsmaßnahme geschehen sei.

Die Linke stimmte gegen die Vorentwurfsplanung. Ansonsten wurde die Variante 1 (Naturstein) mehrheitlich beschlossen. Aus dem Vorentwurf soll nun ein Entwurf ausgearbeitet werden, der dann im Dezember beschlossen werden soll.

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