Stolberg: Vom Hebräer-Tanz zum Stippe-Föttche

Stolberg: Vom Hebräer-Tanz zum Stippe-Föttche

Wenn sich Pfarrer und Gemeindemitglieder zusammenschließen, um eine karnevalistische Nummer auf die Bühne zu bringen, ist das Ergebnis gleichsam programmiert. Denn der eine steckt den anderen mit seiner Begeisterung an, und gemeinsam ist man darauf bedacht, dass das Publikum auf seine Kosten kommt.

Und genau das war der Fall, als sich die Pfarrer Jens Wegmann, Elke Gericke und Uwe Loeper fantasievolle Gewänder übergezogen hatten, um mit anderen Mitgliedern des Presbyteriums eine flotte Tanznummer zu präsentieren.

Kirche im Wandel der Zeiten

Die Darbietung, die mit einem hebräischen Tanz begann und mit dem „Stippe-Föttche” endete, stand unter dem Motto „Kirche im Wandel der Zeiten” und war ein Höhepunkt der 13. ökumenischen Sitzung, die im Evangelischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße stattfand. Neben den Eigenbeiträgen - wozu auch die Nummer von Kantor Gunther Antensteiner gehörte, der als westfälischer Bauer bestrebt war, der leeren Gemeindekasse Einnahmen zu bescheren - sorgten die Auftritte der Karnevalsgesellschaften aus Stolberg und Brand für Schwung und Abwechslung.

Quasi Hausgesellschaft ist die KG Fidele Zunfthäre, die schon die Premiere im Jahre 1999 mitgestaltet hatte und mit ihren Mariechenauftritten und Tanznummern allein für vier Programmpunkte sorgte. Heimvorteil hatten auch die beiden Brander Gesellschaften, die KG „Brander Stiere” und die KG „Erste Große Brander”. Denn der Aachener Stadtteil Brand gehört zu Stolbergs evangelischer Gemeinde und ist schon allein deswegen alljährlich bei der ökumenischen Sitzung mit einer großen Gruppe vertreten.

Den Heimvorteil zu nutzen wusste auch der Brander Bürgerprinz Ralf II. (Bongartz), der singend und tanzend durch die Reihen marschierte und nicht nur die Herzen der Brander im Sturm eroberte. Doch Tollität Ralf war nicht der einzige Narrenherrscher, dem das Publikum zu Füßen lag. Zuvor hatten schon Stadtprinz Torsten I. (Graf) und Donnerbergs kleine Tollität Gina-Maria I. (Kujawski) den Saal mit ihren Darbietungen in Schwung gebracht. Die kleine Tollität vom Donnerberg stellte die Großen ein wenig in den Schatten. Ihre kecke, von kindlichem Charme geprägte souveräne Vorstellung war dem Publikum eine Rakete wert. Geleitet wurde die ökumenische Sitzung vom evangelischen Pfarrer Andreas Hinze und seinem katholischen Amtsbruder Hans-Rolf Funken.

Öcher Leedcher mit Brandern

Unterstützt wurde das humorvoll gestimmte Duo von Pfarrer Uwe Loeper, der für den Brander Teil der Evangelischen Gemeinde zuständig ist. Als besonders gut in Form erwies sich Hans-Rolf Funken. Der nach langer Krankheit genesene katholische Pfarrer sorgte dafür, dass das eine oder andere Alt-Aachener Lied gesungen wurde - denn Funken ist gebürtiger Aachener. Und als die Brander die Bühne betraten, schlug das Kaiserstädter Herz besonders heftig: Schnell wurde der Öcher-Song „Vür fahre met de Modder noh d´r Brand erop” angestimmt.