Stolberg/Eilendorf: Vogelgrippe: Geflügelschau muss ausfallen

Stolberg/Eilendorf: Vogelgrippe: Geflügelschau muss ausfallen

In der vergangenen Woche ist der erste Fall von Wildvogelpest in Nordrhein-Westfalen aufgetaucht: Ein Bussard im Kreis Wesel hatte das H5N8-Virus, landläufig als Vogelgrippe bekannt, in sich. Auf der Liste der gefährdeten Landkreise in NRW ist die Städteregion Aachen zwar noch nicht aufgeführt. Dennoch hat das Veterinäramt mit Sitz in Aachen einige Sicherheitsmaßnahmen gegen die Vogelgrippe verordnet.

Von diesen Maßnahmen sind jetzt auch Vogelzüchter in Stolberg betroffen. Der Geflügelzuchtverein Eilendorf (GZV) hatte ursprünglich für das kommende Wochenende eine Rasseflügelschau geplant. Diese Veranstaltungen des GZV werden normalerweise auch von vielen Stolbergern besucht.

Doch das Umweltministerium des Landes und das Veterinäramt de Städteregion haben ein Ausstellungsverbot für Gänse, Hühner oder Enten verhängt. Das bestätigte am Montag auch Robert Flader von der Städteregionspressestelle auf Anfrage unserer Zeitung. „Das bezieht sich aber nur auf Nutztiere“, erklärt Flader. Wer also eine Kanarienvogelschau plant, kann diese weiterhin durchführen.

Als weitere Maßnahme hat die Städteregion alle größeren Geflügelzuchtbetriebe über die aktuelle Lage informiert. Fünf solcher Betriebe gibt es, einer davon im Raum Stolberg. „Wir haben den Geflügelzüchtern gesagt, dass die Tiere momentan keinen Auslauf bekommen sollten“, sagt Flader.

Allerdings handle es sich ohnehin bei allen fünf Betrieben um solche, die ihre Tiere als reine Bodenhaltung in Stallungen untergebracht haben. „Wir haben die Züchter weiterhin darum gebeten, wenig Besuch in die Stallungen zu lassen, insbesondere nicht von Leuten, die Kontakt zu Wildvögeln haben“, sagt Flader. Es besteht die Sorge, dass die Er betont, dass es sich dabei um reine Vorsichtsmaßnahmen handelt.

Diese haben im Übrigen auch Stolberger Hobbyzüchter wie Heinz Nießen aus Münsterbusch. Er hat etwa 50 Hühner und Zwerghühner, die normalerweise auch Auslauf haben. „Derzeit sind die Tiere natürlich im Stall — dazu sind wir ja verpflichtet“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hoffe aber, dass die Gefahr bald vorüber ist und die Tiere wieder nach draußen dürfen.

Auch wenn die Enttäuschung bei den Eilendorfer Geflügelzüchtern über die abgesagte Rasseschau groß ist: Als kleine Entschädigung soll am Sonntag, 27. November, ein Vereinshaus an der Nirmerstraße das traditionelle Eieressen stattfinden. Und der Vereinsvorsitzende Leo Lauter hat angekündigt, die Schau im kommenden Jahr eventuell vor der Vogelgrippesaison anzusetzen.

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