Stolberg: Vier Gänge zum Genießen und für guten Zweck

Stolberg: Vier Gänge zum Genießen und für guten Zweck

Mit pastoraler Weite breitet Pfarrer Hans Rolf Funken die Arme aus und ruft laut in den Saal hinein: „Ich fühle mich wie Gott in Frankreich!“ Vermittelt hat ihm dieses Wohlgefühl die mittlerweile sechste „Fine Dining“-Aktion der Pfarre St. Lucia. Im Rahmen eines Vier-Gänge-Menüs haben dabei 63 genussfreudige Kupferstädter jeweils 55 Euro für die Fahrt junger Stolberger zum Weltjugendtag vom 26. bis 31. Juli in der polnischen Stadt Krakau berappt und genießen nun den Abend im ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße.

Die letzten zwei, drei Tage haben die Organisatoren mit den direkten Vorbereitungen zugebracht. Wobei sich zeigt, dass die Macher ihrer Heimat auf besondere Weise verbunden sind: „Wir kaufen gezielt bei unseren lokalen Händlern ein“, stellt Beata Baumanns klar. Auf besondere Weise steht die groß gewachsene, blonde Frau im Mittelpunkt des Geschehens, denn sie ist nicht nur die Ehefrau von Christoph Baumanns, der das „Fine Dining“ maßgeblich mitträgt, sondern führt als Moderatorin auch durch den Abend und heißt zudem alle Gäste willkommen, die die Treppe hoch in den ersten Stock des Gemeindezentrums steigen.

Gewandt und freundlich

Gewandt und freundlich begrüßt die aus Polen stammende Stolbergerin die Freunde des gepflegten Tafelns, die nach und nach an den in Rot und Weiß gedeckten Tischen Platz nehmen, betreut von einer schick gewandeten Gruppe junger Servicekräfte. Die sind ebenso wenig von Berufs wegen in der Gastronomie tätig wie Beata Baumanns. Sie ist eigentlich Diplom-Kauffrau. Der Dienst am Gast aber stellt für sie eine Herzenssache dar: „Wenn ich Menschen einen schönen Abend bereiten kann, dann tue ich das gern.“

Familie Baumanns ist an diesem Abend übrigens gleich vier Mal im Einsatz: Während sich die Mutter mit dem ersten Gang von der Empfangschefin zur Moderatorin wandelt, tragen die Töchter Natalie und Lucia die Speisen auf — wobei Lucia, die ebenso wie Natalie musikalisch talentiert ist, zudem mit Kantor Gunther Antensteiner am Klavier auf ihrer Geige für eine ansprechende künstlerische Umrahmung sorgt.

Die zentrale Rolle aber fällt Vater Christoph Baumanns zu, der, eigentlich Ingenieur, zusammen mit Marcel Kinkel und einem Team von Damen die Küche übernommen hat. Vieles hat das Duo in den zurückliegenden Tagen schon vorbereitet: etwa den Seeteufel für das Saté portioniert und mariniert und die Teighauben für das Dessert, ein Mandelauflauf, gebacken. Aber trotzdem geraten sie wie ihre Mitstreiterinnen ein ums andere Mal ins Schwitzen. So zum Beispiel, als sie in einem großen Topf Rotkohl als Beilage für den Hirschkalbsrücken zum Hauptgang kochen.

Die Gäste kommen wahrlich auf ihre Kosten. Sie alle genießen die Atmosphäre beim sechsten „Fine Dining“ ebenso wie die charmant servierten Speisen. Und dass die geplante Pilgerfahrt junger Gläubiger zum Weltjugendtag in Krakau jetzt kaum noch am Geld scheitern kann, das liegt allen, die sich von der Einladung der Ausrichter haben animieren lassen, am Herzen. Gutes Essen, gute Taten: Dieser Mix hat einmal mehr die Wirkung auf die Stolberger nicht verfehlt.