Stolberg: Vicus ist nun ein Bodendenkmal

Stolberg : Vicus ist nun ein Bodendenkmal

Sie gelten als eine der bedeutendsten linksrheinischen Fundstellen aus alten Zeiten: die römische Siedlung („Vicus”) und das Gräberfeld Gressenich. Auf Antrag des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege trug der Ausschuss für Stadtentwicklung einstimmig umfangreiche Fundorte zwischen Mausbach und Gressenich in die Liste der Bodendenkmäler der Stadt ein.

Das hat dann Konsequenzen für die Eigentümer der Grundstücke, wenn dort in die Tiefe graben wollen. Dazu ist eine Erlaubnis des Bodendenkmalamtes einzuholen und gegebenenfalls eine archäologische Sicherung zuerst vorzunehmen. Im Übrigen sollen die Funde unangetastet im Boden verbleiben.

Gerne etwas intensiver befasst hätte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit den möglichen Konsequenzen der römischen Funde auf Bauvorhaben, Sportplatz-Projekte, Straßen-Verlegungen oder Steinbruch-Erweiterungen und hatte deshalb schon eine Vertagung ins Auge gefasst.

Aber letztlich, so klärte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt auf, „gibt es keinen Spielraum für eine Entscheidung.” Denn laut Denkmalschutzgesetz sei die Eintragung vorzunehmen; dabei handele es sich um ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Konsequenzen werden immer erst dann geklärt, wenn geplante Eingriffe die Fundstellen tangieren könnten.