Stolberg: Verwirrung bei Denkmalschützern: Markstein digital verschwunden

Stolberg: Verwirrung bei Denkmalschützern: Markstein digital verschwunden

Im Zuge der baulichen Maßnahmen an der Aachener Straße soll der dort befindliche Markstein aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden sein — das befürchtete zumindest ein Teil der Stolberger Internet-Gemeinde.

In einer Gruppe eines Online-Netzwerks zeigte ein Stolberger Historiker sich bestürzt und suchte nach Hilfe und Informationen diesbezüglich. Einer der „digitalen Denkmalschützer“ vermutete sogar, das historische Relikt sei „mit Baggern weggeschippt“ worden. Guter Rat war teuer, allerdings nur im virtuellen Raum, denn im „echten Leben“ ließ sich das Rätsel um den vermeintlich verschollenen Stein doch sehr leicht lösen.

Ein altmodisches Telefonat mit dem Tiefbauamt brachte schnelle Aufklärung. Der für die Baustelle an der Aachener Straße verantwortliche Projektleiter Werner Lövenich erwies sich auch ohne eine Gruppe im Internet als gut vernetzt und telefonierte kurzerhand mit dem im entsprechenden Abschnitt tätigen Polier des Bauunternehmens. Das Fazit ist eindeutig: „Der Stein steht genau dort, wo er hingehört. Er ist nicht einen Millimeter bewegt worden, und niemand hat vor, seine Position auch nur zeitweise zu verändern“, erklärt Lövenich.

Gut, dass die Aufregung im Internet nur virtuell war, denn echte Aufregung hätte sich nicht gelohnt, da sie völlig unbegründet gewesen wäre. Manchmal sei ein herkömmliches Gespräch eben doch nicht durch einen digitalen „Chat“ zu ersetzen, meint auch Fachbereichsleiter Bernd Kistermann mit Blick auf den Historiker, der den sprichwörtlichen Stein online ins Rollen brachte, weil er annahm, der Markstein sei verschwunden: „Hätte er mich gleich angerufen, wäre die Verwirrung erspart geblieben.“

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