Stolberg: Verwaltung hätte früher an Wasserschutz denken müssen

Stolberg: Verwaltung hätte früher an Wasserschutz denken müssen

Auch die „Grünen“ kommentieren die Entwicklung des Vorhabens im Laufenburger Wald öffentlich. Von Lobbyismus sei die Rede, das Klima zwischen allen Beteiligten verschlechtere sich zunehmend, während doch der Einsatz von Windkraft genau das Gegenteil bewirken solle.

Dina Graetz vom Stolberger Bündnis90/Die Grünen, sieht das so: „Die Wogen um das Thema Windenergie schlagen derzeit in Stolberg hoch. Während in den Presseberichten noch vor Wochen im Zuge des politischen Generationenwechsels darüber berichtet wurde, dass ,frischer Wind ins Rathaus zieht‘, hat der Gegenwind in Sachen Windkraftwerke zuweilen Sturmböen angenommen."

Weiter: "Mit großer Geschlossenheit tritt die Bürgerinitiative in Sche­ven­hütte gegen die Umsetzung der geplanten Windkraftanlage an und stellt die rechtliche Würdigung der Verwaltung in Frage, was zur Folge hat, dass sich nunmehr auch innerhalb der Verwaltung die Rechtsunsicherheit breit gemacht hat. Anders lässt der Hilferuf an die Bezirksregierung sich wohl nicht erklären.“

Da die Nutzung von Windenergie inzwischen wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Energiewirtschaft sei, weil sie eine Energiequelle nutze, ohne sie zu verbrauchen, befürworteten die Grünen grundsätzlich den Einsatz von Windenergie, zumal diese eine effiziente und kostengünstige Möglichkeit biete, weiteren CO²-Ausstoß zu vermeiden.

Dazu müsse jede Kommune ihren Beitrag leisten, auch Stolberg. Noch vor wenigen Jahren habe niemand geahnt, welche Bedeutung die Windkraft für die Energieversorgung gewinnen werde, aber auch nicht, dass sie die öffentliche Meinung einmal so polarisieren werde: „Ich trete als Grüne auch für eine stärkere Bürgerbeteiligung ein und stehe dem Engagement der Bürgerinitiative ,Für Windkraft mit Verstand und Augenmaß‘ daher grundsätzlich positiv gegenüber, auch wenn in den letzten Tagen vereinzelte Mitglieder per E-Mail sich negativ uns gegenüber geäußert haben. Ihre Argumente müssen gehört und in der Sache bewertet werden“, verspricht Dina Graetz.

Daher betont sie ausdrücklich, dass die Grünen zwar grundsätzlich für den Einsatz von Windrädern seien, jedoch ausschließlich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten und nicht um jeden Preis. Aufgrund der Interessenkollision mit dem Wasserschutz lehne man Windkraftanlagen am Standort Schevenhütte ausdrücklich ab.

Zudem stelle sich für die Grünen auch die Frage, warum der Verwaltung die Problematik der Wasserschutzzone II nicht eher aufgefallen sei: „Dies spricht nicht unbedingt für ehrliche und solide Verwaltungsarbeit. Genau diese benötigen wir aber, um das Vertrauen der Stolberger in die Politik und Verwaltung wieder zu gewinnen“, so Dina Graetz, Ortsvorsitzende der Stolberger Grünen.

Wer Klimaschutz wirklich ernst nehme und nicht nur in Sonntagsreden vor sich her trage, brauche Erneuerbare Ener­gien in der Städteregion. Jede Kommune solle dazu ihren Beitrag leisten. Und gerade die Windenergie sei an windstarken Orten im Binnenland eine sehr platzsparende Energie — „ganz anders, als wir das in direkter Nachbarschaft der riesigen Braunkohlelöcher erleben, und es die Anwohner erleiden müssen“. Mit Augenmaß und mit Blick auf die rechtlichen Grundlagen solle Stolberg daran weiterarbeiten.

„Ich bin sicher, dass auch in Stolberg geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden können“, pflichtet ihr Gisela Nacken, die Kreisvorsitzende der Grünen in der Städteregion, bei.

(tol)