Stolberg: Verwaltung bereitet sich auf neue Personalausweise vor

Stolberg: Verwaltung bereitet sich auf neue Personalausweise vor

Das Bürger- bzw. Einwohnermeldeamt ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, und dennoch blickt man auch im Rathaus mit Spannung auf den 1. November. Eigentlich auf den 2. November, denn wegen des Feiertags zu Monatsbeginn beginnt die große Umstellung einen Tag später.

Der neue Personalausweis kommt, und noch vor der ersten Ausgabe hagelt es schon Kritik an dem elektronischen Modell, das neben der Identitätserkennung auch über zahlreiche Online-Funktionen verfügt. Datenschützer und Computerfachleute warnen, der Ausweis, der über PIN- und PUK-Codes verfügt und mit dem man sich in Zukunft auch bei Internet-Einkäufen identifizieren kann, sei nicht sicher genug vor Betrügern, die es zum Beispiel auf Kontodaten abgesehen haben.

Doch die Stadt versucht, den Bürgern ihre Sorgen zu nehmen. Zwar könnten mit dem neuen Ausweis viele Aufgaben bequem von zu Hause aus erledigt werden, doch niemand müsse die Online-Funktionen nutzen. „Es gibt einen elektronischen Chip”, erklärt Susanne König vom Bürgeramt. „Dieser kann bei uns ausgeschaltet werden, dann bleibt es ein ganz normaler Sichtausweis.” Den Bürgern sei freigestellt, was sie nutzen möchten und was nicht.

Das gelte auch für die beiden Fingerabdrücke. Diese könnten als zusätzliche Erkennungsmerkmale neben dem Lichtbild und den Daten auf dem Ausweis aufgenommen werden, sagt Amtsleiter Roland Gillessen. „Das ist aber ebenso freiwillig.”

Weil der neue Personalausweis im Scheckkartenformat über so viele Funktionen verfügt, die sich individuell unterscheiden können, dürfte auch das Antragsverfahren länger dauern. „Man muss mit längerer Wartezeit rechnen”, sagt Susanne König. „Bei Testbehörden hat es im Schnitt 20 Minuten pro Antrag gedauert.” Bis der neu beantragte Ausweis dann da ist, werde es wohl wie bisher zwei bis drei Wochen dauern.

Sicher sein können sich Bürger in jedem Fall, dass sie ausreichend beraten werden. Das zumindest sagen Gillessen und König unisono zu. Beide gehen davon aus, dass es lange Beratungsgespräche geben wird. Außerdem bekommt jeder Bürger zum neuen Ausweis auch ein mehrseitiges Informationspapier mit. Aber: „Keiner weiß so richtig, was auf einen zukommt”, gibt Roland Gillessen zu. „Viele Kommunen stocken Personal auf, Stolberg nicht.”

Dafür gibt es neue Öffnungszeiten im Bürgeramt. Der Samstagstermin von 10 bis 12 Uhr fällt ab November weg, stattdessen gibt es dann zusätzlich dienstags und mittwochs nachmittags von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit, Personalausweise zu beantragen. Wie bisher geöffnet ist das Amt außerdem montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr. Allerdings sei die Abholung des Ausweises vorne an der Information im Rathaus nicht mehr möglich, sagt Gillessen. „Sie wird aus Datenschutzgründen in das Bürgeramt verlegt.” Dies gelte zumindest für eine Versuchsphase, nach der man auswerten wolle, wie Bürger und Mitarbeiter zurecht kämen.

Bis zum Stichtag hofft man bei der Verwaltung, dass auch die benötigten Geräte da sind. Von den acht Änderungsterminals für Bürgerwünsche ist nämlich erst eins da, außerdem werden neue Computer und Drucker benötigt. Wer bis Ende Oktober einen Ausweis beantragt, bekommt übrigens noch einen alten für 8 Euro. Erst ab 2. November gibt es - dann aber ausschließlich - den neuen, der mit 28,80 Euro deutlich teurer wird. Dann beginnt auch für die Mitarbeiter des Bürgeramts eine spannende Zeit.

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