1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: Ver.di erhöht erneut den Druck

Stolberg : Ver.di erhöht erneut den Druck

Weil die Verhandlungen nach wie vor stocken, wird es in der nächsten Woche auch in den städtischen Kindertagesstätten wieder Stillstand geben.

Bereits Freitagmittag hat die Gewerkschaft ver.di angekündigt, dass die 19 Einrichtungen im Stadtgebiet von Montag bis Mittwoch bestreikt werden und deshalb geschlossen bleiben. Damit muss für über 1200 Kinder in der Kupferstadt wieder eine alternative Betreuungsmöglichkeit gefunden werden.

Für akute Notfälle bietet die Stadt Stolberg in mittlerweile schon gewohnter Form Notgruppen an. Voraussetzung für eine Annahme ist allerdings, dass die Eltern glaubhaft machen können, keine andere Form der Unterbringung zu haben.

Für einen solchen Fall besteht die Möglichkeit der Anmeldung in den Kitas Foxiusstraße, Auf der Liester, Gressenich und Mausbach - jeweils von 7.30 bis 16 Uhr. Auskunft erteilt die Stadt unter der zentralen Telefonnummer Tel.: 13 3 95.

„Die Streiks der letzten Tage haben ihre Wirkung auf die kommunalen Arbeitgeber nicht verfehlt. Sie merken, dass ihre Hinhalte-Taktik nicht aufgeht”, erklärte Gewerkschaftssekretär Viktor Petje mit Blick auf die Verhandlungen in Berlin, die trotz einer gewissen Annäherung noch zu keinem Abschluss gekommen waren. „Wir wollen klare Ansprüche für die Beschäftigten, um den Gesundheitsschutz zu verbessern. Deshalb müssen wir jetzt nachlegen und den Druck erhöhen”, so Petje.

Die Erzieherinnen aus Stolberg werden deshalb am Montag nach Duisburg fahren und dort an einer zentralen Protestkundgebung teilnehmen. Der weitere Aktionsplan für Stolberg soll kurzfristig bekanntgegeben werden.

Derweil ist weiterhin unklar, wie die Stadt auf die immer lauter werdenden Forderung nach einer anteiligen Erstattung der Elternbeiträge reagieren wird. Während Städte wie Duisburg, Detmold, Gladbeck und Gütersloh bereits mit der Rückzahlung begonnen haben, will Ferdi Gatzweiler nach eigener Aussage zunächst das Streikende abwarten, ehe eine Entscheidung getroffen wird. „Ich bin zuversichtlich, dass das bald der Fall sein wird. Sollte sich der Arbeitskampf allerdings über den Sommer hinausziehen, müssen wir darauf sicherlich reagieren.”

Klar ist für den Bürgermeister, „dass wir als Stadt nicht an diesem Streikt verdienen möchten”. Dieser Vorwurf war zuletzt in anderen Kommunen geäußert worden, weil die Gewerkschaften während des Ausstandes die Gehälter der Kita-Beschäftigten übernehmen und die öffentlichen Arbeitgeber somit Personalkosten in erheblichem Umfang einsparen.

Dass Eltern einen Teil ihrer Beiträge zurückfordern, könne er gut verstehen, erklärte der Bürgermeister am Freitag. „Man darf allerdings nicht vergessen, dass diese Elternbeiträge bei weitem nicht die kompletten Leistungen widerspiegeln, die in den Kindertageseinrichtungen geboten werden.” In Stolberg summieren sich die Beiträge auf 56.000 Euro pro Monat.

Unstrittig scheint unterdessen zu sein, dass die für nicht geliefertes Mittagessen gezahlten Beträge zurückgezahlt oder mit späteren Buchungen verrechnet werden. „Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren”, so Ferdi Gatzweiler. Anders als bei den Elternbeiträgen sieht er einen Beschluss des Stadtrates in dieser Frage für nicht erforderlich an.