Stolberg-Venwegen: Venwegener Hahnenverein: Auch die EM ist keine Konkurrenz

Stolberg-Venwegen: Venwegener Hahnenverein: Auch die EM ist keine Konkurrenz

Das vergangene Wochenende stand in Venwegen ganz im Zeichen des Hahns. Grund dafür war der 86. Geburtstag des Venwegener Hahnenvereins, das gebührend gefeiert wurde.

Den Anfang machte das Hahnenfest am Samstagabend in dem Festzelt auf dem Dorfplatz, bei dem Hähne und Nicht-Hähne gemeinsam den Abend genossen. Zuvor hatte vor allem eine Sache dem Verein Sorge bereitet: Dass das Zelt leer bleiben wird.

Schließlich hatte man mit den EM-Spielen eine große Konkurrenz und auch die Tatsache, dass der Termin vom 1. Mai verschoben werden musste, trug zur Befürchtung bei. Jedoch bewahrheitete diese sich nicht, da das Zelt sich mit zunehmender Stunde füllte - schließlich konnten Fußballfans das Spiel auch im Zelt verfolgen.

Organisiert und aufgebaut wird das Hahnenfest jedes Jahr in „Eigenregie”, so ein Mitglied des Vereins: „Jeder hilft und macht, so gut und so viel er eben kann. So etwas schweißt zusammen.”

Daher gibt es besonders im „harten Kern” des Vereins einen starken Zusammenhalt, auch wenn die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren auf etwa 30 Aktive gesunken ist. Dennoch, an Nachwuchs mangelt es dem Hahnenkomitee nicht, was auch das Alter der Hahnenkönige der vergangenen Jahre deutlich beweist.

Viele Jüngere, besonders Männer, zeigen vermehrt Interesse an dem Verein, aus diesem Grund ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass sich dort langsam aber sicher ein Generationswechsel anbahnt.

Der Sonntag begann für alle mit dem traditionellen Speck-und-Ei-Essen, bevor es dann soweit war, den zukünftigen Hahnenkönig zu bestimmen. Dessen Hauptaufgabe besteht darin, „uns so viel Freude wie möglich zu bereiten”, so Hubert Brülls - selbst mehrfacher Hahnenkönig.

Die Aufregung machte sich selbst bei den alten Hasen, besser gesagt bei den alten Hähnen breit, als der Korb mit dem „Hahnenkopf” - kein lebendiger Hahn, sondern eine halbe Attrappe, demnach deutlich humaner als früher - aufgehängt wurde. 32 Schläge der sechs Anwärter brauchte es, bis das „Hahnenköppen” seinen neuen Meister gefunden hatte: Bernd Ritter versetzte dem Hahn den letzten Stoß und ist daher, nicht zuletzt aufgrund der gründlichen Vorarbeit seiner Mitstreiter, der aktuelle Hahnenkönig von Venwegen.

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