Werth: „Unser Dorf hat Zukunft“: Werther Premiere fällt trotz Regen nicht ins Wasser

Werth: „Unser Dorf hat Zukunft“: Werther Premiere fällt trotz Regen nicht ins Wasser

Eins steht fest: Petrus ist definitiv kein Werther. Literweise Regenwasser prasselte ausgerechnet dann nieder, als die Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in Werth zu Gast war. Und was taten die Werther? Sie machten das Beste aus ihrer Premiere beim Wettbewerb, und das kam bei der Jury auch extrem gut an.

„Sie waren mein persönliches Highlight als Dorfgemeinschaft während dieser Bereisung“, sagte Kommissionsleiterin Andrea Drossard bei der abschließenden Feedbackrunde. Und auch der Rest der Jury zeigte sich begeistert. Dass der Besuch so positiv verlaufen würde, ahnte zu Beginn allerdings kaum jemand.

Schließlich hätte das Wetter den motivierten Werthern auch einen Strich durch die Rechnung machen können. „Sie hatten mit Abstand die schwierigsten Rahmenbedingungen“, sagte Andrea Drossard. Doch das schlechte Wetter wurde schnell zur Nebensache. Denn: Die humorvollen Werther präsentierten sich — und vor allem ihre Dorfgemeinschaft — von ihrer besten Seite.

Stellwände und Fotos

Den Anfang machte Frank Plohmann, der der Kommission zunächst einmal in seiner Präsentation das Dorf vorstellte. Untermauert wurde sein Vortrag von zahlreichen Stellwänden, auf denen Fotos das rege Dorf- und Vereinsleben dokumentierten. Acht Vereine gibt es in Werth, hinzu kommt die Interessengemeinschaft „Wir in Werth“, der Frank Plohmann auch angehört. „Man muss in Werth aber in keinem Verein sein, um ein Teil der Dorfgemeinschaft zu sein“, sagte er.

Ein Aspekt, der bei der Jury gut ankam. Genauso wie die vielen Aktivitäten, die die Werther auf die Beine stellen. Darunter ein Dorffest und einen Dorftrödelmarkt, um nur zwei von etlichen Beispielen zu nennen. „Wir haben eine Dorfgemeinschaft, die funktioniert, die zusammenhält und die einfach einmalig ist“, sagte Frank Plohmann.

Sehr offen gegenüber

Doch einige Projekte stünden auch in Zukunft noch auf dem Programm. Darunter die Sanierung des Bürgerhauses oder auch das Dorfinnenentwicklungskonzept, das im Oktober fortgeführt werden soll. Die Dorfbewohner stehen dem sehr offen gegenüber, was auch ihr gewähltes Motto „Gemeinsam und zusammen in die Zukunft“ verdeutlichen soll.

Von der Alten Schule aus ging es dann für die Kommissionsmitglieder zunächst mit dem Bus durch den Ort. Damit der zeitliche Ablauf nicht durcheinanderkam, stoppten die Mitglieder der Interessengemeinschaft die Aktionen mit dem Mobiltelefon. Über die Mausbacher Straße ging es zum Sportplatz und zu den Windrädern. Damit habe man in Werth — anders als in anderen Orten — keine Probleme. Erst nach dem Aufbau der Windräder sei das Neubaugebiet Luisenweg gemeinsam mit den Bürgern geplant worden.

Natürlich stand dieses ebenfalls auf dem Programm. Von dort aus ging es zurück zum unteren der beiden Ortseingänge. Dort soll unter anderem eine Querungshilfe installiert werden. Baubeginn soll bereits im kommenden Jahr sein, teilten die Mitglieder der Interessengemeinschaft mit. Der letzte Stopp war schließlich der Marktplatz. Von dort aus ging es für die Kommissionsmitglieder und die Werther zu Fuß weiter.

Trotz Regen war das kein Problem. Schließlich war man mit Regenjacken und Schirmen bestens ausgerüstet. „Wir möchten ja auch etwas von Ihrem Ort sehen“, meinte Andrea Drossard. Unter anderem ging es vorbei am Friedhof und den beiden Kinderspielplätzen. Und auch ein Stopp an der Kapelle durfte nicht fehlen. Den wollten die Werther der Jury eigentlich ersparen. Schließlich liegt die Marienkapelle mitten im Feld. Den Mitgliedern der Kommission machte der Spaziergang dorthin allerdings nichts aus.

Adventskalender im Gerätehaus

Fehlen durfte an diesem Nachmittag natürlich auch nicht der Besuch im Feuerwehrgerätehaus. Dieses ist nämlich nicht nur Treffpunkt für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. In der Weihnachtszeit verwandeln sich die Fenster des Hauses nämlich in einen Adventskalender, den die Kinder der KG Adler Werth mit ihren Bildern schmücken.

Doch nicht nur auf dieses Projekt sind die Werther besonders stolz. Bevor es wieder in die Alte Schule zurückging, in der bereits einige Bürger auf die Ankunft der Kommission warteten, präsentierte IG-Mitglied Rita Felden der Jury den Bücherschrank und die Mitfahrerbank. Letzteres ist ein Projekt, das erst vor wenigen Tagen in Werth realisiert wurde.

Der nächstgelegene Supermarkt befindet sich im benachbarten Gressenich. Wer kein Auto besitzt, aber einkaufen möchte, kann die Mitfahrerbank nutzen, um dorthin zu kommen. „Wir hoffen, dass es gut angenommen wird“, meinte Rita Felden.

In der Alten Schule angekommen, stand das Feedback auf dem Programm, und das fiel äußerst positiv aus. Der Besuch in Werth war für die Kommission, die insgesamt zwei Wochen in der gesamten Städteregion unterwegs war, die letzte Bereisung. „Ich habe den Kollegen versprochen, dass ich ein Highlight für den Schluss aufbewahre“, sagte Drossard.

Darüber, dass sie ihr Vorhaben umgesetzt hatte, waren sich die Mitglieder der Kommission schnell einig. Als eine Bereicherung für den Wettbewerb habe man den Besuch in Werth empfunden, und man hoffe, dass man in drei Jahren erneut in das Dorf zurückkehren könne, um die Entwicklung weiter zu verfolgen, meinte die Jury.

Dem stimmten auch die Mitglieder der Interessengemeinschaft gerne zu.