Stolberg: Uli Aschenborn lässt seine Mona Lisa lächeln

Stolberg: Uli Aschenborn lässt seine Mona Lisa lächeln

Eigentlich lächelt sie ja, die Mona Lisa. Zumindest hat sie das gerade noch, wenn auch nur geheimnisvoll. Wie man das eben von ihr kennt. Aber auf einmal schaut sie den Betrachter mit heruntergezogenen Mundwinkeln ganz grimmig an.

Und das nur, weil man ein Stück zur Seite gewichen ist? „Die Mona Lisa verändert je nach Blickwinkel ihre Laune, von der einen Seite betrachtet lächelt sie, von der anderen Seite guckt sie traurig”, erklärt Prof. Dr. Uli Aschenborn.

Der Professor für Bauingineurswesen ist ein Meister der veränderlichen Kunst und hat zahlreiche solcher Werke angefertigt. Ab morgen sind diese in der Ausstellung „Veränderliche Kunst und mehr” in der Steinweg-Galerie zum ersten Mal in Stolberg zu sehen.

Dabei ist Aschenborns „Moaning Lisa” ein Werk, das sich von seinem eigentlichen Faible abhebt. Der gebürtige Südafrikaner wuchs in Namibia auf und imponiert vor allem mit großformatigen Bildern von wilden Tieren aus seiner Heimat, Löwen, Zebras oder Elefanten.

Imponierend nicht nur wegen den realitätsnahen Abbildungen der Tiere, sondern besonders wegen ihrer Veränderlichkeit. Je nach Betrachtungswinkel verändern sich Farbton und Motiv, so kann urplötzlich eine noch eben da gewesene Elefantenherde zur Staubwolke werden.

Die „Chamäleon-Technik”, die Aschenborns Bilder so lebendig machen, hat der Künstler selbst entwickelt. „Die Planung und die Technik sind sehr wichtig. Ich trage bis zu sieben Farbschichten aus Sand und Farbe auf, um den gewünschten Effekt zu erreichen”, verrät Aschenborn und ergänzt: „Trotzdem ließen sich die Chamäleonbilder theoretisch wieder korrigieren - es wäre nur ebenso aufwendig wie die Herstellung.”

Die Tiermalerei hat in seiner Familie hingegen schon lange Tradition. Vater und Großvater etablierten den Familiennamen in Namibia zum Markenzeichen für Tiermalerei.

Dass Aschenborns Kunst in seiner Heimat als „Uli Aschenborns amazing changing arts” ein fester Begriff ist, zeigt, dass er diese Tradition erfolgreich fortsetzt. „Trotzdem habe ich auch eine technische Seite und an meinem Vater gesehen, dass es mit der Kunst nicht immer leicht ist.

Dazu wollte ich nie nach der Nase eines Kunstprofessors tanzen”, begründet er, warum er trotz Kunststipendiums in Aachen Bauingenieurswesen studiert hat. In der Kaiserstadt hat Aschenborn auch seine neue Heimat gefunden, Bruder und Schwester in Windhoek besucht er aber regelmäßig.

Zur Vernissage erwartet Galeristin Christa Oedekoven neben dem Künstler und vielen Besuchern auch den Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen, Jürgen Drewes, sowie Professor Birger vom Ufer, der in die Ausstellung einleitet. Vielleicht wird die Mona Lisa auch sie anlächeln - oder auch nicht. Es kommt eben auf den Blickwinkel an.

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