Stolberg: Über Radios und Bücher: Ein Blick in die Vergangenheit

Stolberg: Über Radios und Bücher: Ein Blick in die Vergangenheit

„Die Eifler reden bekanntlich nicht gern“, lautet eine der typischen Charaktereigenschaften der ländlichen Einwohner. „Ihr könnt euch also vorstellen, wie schmerzhaft das für mich heute ist“ teilt Jupp Hammerschmidt, der Kabarettist, dem amüsierten Publikum im Piano mit.

Humorvoll gestaltet Hammerschmidt den Abend in der Stolberger Altstadt mit seinem neuen Programm rund um die Eifel. „Der Ritt auf dem Bohnerblock“ ist der Titel seines Kabaretts, indem er hauptsächlich Ereignisse aus seiner Kindheit in der Eifel in Form von Gedichten und Gesängen vermittelt.

Im vergangenen Sommer schrieb er an diesem Programm, um es dieses Jahr auf die Bühnen der Region zu bringen. Ausgestorbene Traditionen seien zum Beispiel der Bohnerblock, ein multifunktionaler Besen der in jedem Eifler Haushalt zu finden war, die Kaffeemühle oder das Kreuzfischbeten. Erlebnisse mit diesen Sachen stellt der Gag-Schreiber unterhaltend auf der Bühne im Piano dar.

Er erinnert sich noch ganz genau an die Zeit, als das Fotografieren in der Eifel ankam : Jegliche Familienfotos scheiterten und selbst „der Herr der Technik“ namens Papa, konnte den Selbstauslöser damals schwer bändigen.

Es ging auch ohne Technik, erzählt Jupp Hammerschmidt. Daraufhin schildert er die Zeit, als es nur das Radio und Bücher gab, eine Zeit vor dem Fernsehen war seinerzeit das Paradies. Der eine oder andere Zuhörer im Publikum kann sich mit den damaligen Verhältnissen identifizieren und hat vielleicht sogar ähnliche Erfahrungen wie Jupp Hammerschmidt gemacht.

„Viele Sachen aus meiner Kindheit sind verschüttet, mit der Zeit fallen mir immer mal welche ein“ sagt Jupp Hammerschmidt, der ganze Bücher über seine Heimat und das frühere Leben dort schrieb. „Ich war kein Geschäftsmann“, deshalb studierte er Germanistik und schrieb satirische Texte für verschiedene Radiosender, aber auch Prominente wie Thomas Gottschalk. „Was Morgens in der Bild-Zeitung stand, musste ich verarbeiten, ganz aktuell“ sagt er über seine vergangene Tätigkeit als Gagschreiber. Bis zum letzten Jahr schrieb er noch für den SWR, heute jedoch konzentriert sich der Kabarettist ganz auf sein Programm und versucht sogar, noch weiter an einem Buch zu schreiben.

(ani)