Stolberg: Über das Leben Helene Webers: „Eine der Mütter des Grundgesetzes“

Stolberg: Über das Leben Helene Webers: „Eine der Mütter des Grundgesetzes“

„Es ist nicht einfach, vor einem müden und fast leeren Haus über die Gleichberechtigung der Frau zu sprechen.“ Mit diesen Worten begann Helene Weber 1949 eine ihrer politischen Reden und die Schauspielerin Petra Welteroth die multimediale Präsentation im Kulturzentrum Frankental.

Letztere allerdings unter gänzlich anderen Vorzeichen, denn Astrid Natus-Can, Leiterin des Helene-Weber-Hauses in Stolberg, begrüßte erfreulich viele Gäste, die hellwach der Reise durch das Leben der Helene Weber folgten — der Frau, von der Konrad Adenauer sagte, sie habe mehr Politik in ihrem kleinen Finger als mancher Mann in der ganzen Hand.

Petra Welteroth widmet sich dem Menschen Helene Weber. Foto: D. Müller

Welteroth hatte in dem Spielfilm „Sternstunde ihres Lebens“ an der Seite von Iris Berben die Rolle Helene Weber gespielt und sich seitdem eingehend mit ihr beschäftigt.

Und ihrem Anspruch, „sich dem Menschen Helene Weber zu nähern“, wurde sie gerecht. Von Geburt an beleuchtete die Schauspielerin sowohl das Wirken als auch die Lebensumstände Webers, die während des Kaiserreiches in Elberfeld geboren wurde, in der Weimarer Republik, dem Naziregime und der Bundesrepublik gelebt hat und Zeugin zweier Weltkriege wurde. Welteroth las Erinnerungen von Zeitzeugen, vermittelte den Zeitgeist und zitierte natürlich Helene Weber.

„Wir verlangen gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, forderte Weber bereits 1949, doch sie war weit mehr als Verfechterin der Gleichberechtigung der Frau. Welteroth erinnerte unter anderem daran, dass „Helene Weber seit ihrem 37. Lebensjahr zu den geistigen Wegbereitern der deutschen Demokratie gehört“ und eine der „Mütter des Grundgesetzes“ ist, und hob ebenfalls Webers Einsatz für Frauenbildung und Sozialarbeit hervor.

Aufgelockert wurde die Fülle von Informationen und Eindrücken mit auf Großbildleinwand projizierten Fotografien, Einspielungen von originalen Tondokumenten sowie Filmsequenzen.

Und von der Musik, die Stefan Michalke virtuos zu dem gelungenen Abend beisteuerte. Der Pianist unterhielt hervorragend mit zeitgemäßen Improvisationen und verhalf dem Publikum gleichsam zu Reflexionsphasen, in denen das zuvor Gehörte verarbeitet und sacken gelassen werden konnte.

Das stimmige Konzept des Abends vereinte Information, Unterhaltung und Kommunikation, denn eine Podiumsdiskussion rundete die Veranstaltung ab. Unter anderem kamen dabei Welteroth, Natus-Can, die Stolberger Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen und die CDU-Kreisvorsitzende und Helene-Weber-Preisträgerin Ulla Thönnissen miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch.