Stolberg: Türgriff mit Symbolik: Titel gehen nach Pirmasens und Essen

Stolberg: Türgriff mit Symbolik: Titel gehen nach Pirmasens und Essen

Seine Form symbolisiert den christlichen Glauben, das Werkstück hat sakrale Bedeutung, ohne dabei die Funktion zu vernachlässigen. Obwohl Thomas-Maria Schmidt aus Pirmasens schon lange Schmiedemeister ist, war dieser Türgriff sein jüngstes stählernes Meisterstück, denn die Anfertigung der eindrucksvollen Schmiedekunst brachte ihm den Titel „Internationaler Deutscher Meister der Schmiede” ein.

Unter der Leitung und Aufsicht des Internationalen Fachverbands Gestaltender Schmiede (IFGS), der in der Kupferstadt sein 20-jähriges Bestehen feierte, schuf Schmidt in traditioneller Handwerkskunst innerhalb von drei Stunden einen Türgriff, der in Idee, Ausarbeitung und Form die fünfköpfige Jury überzeugte und ihm den Sieg bei der dritten Internationalen Deutschen Meisterschaft der Schmiede in Stolberg bescherte.

Stand bei der „großen” Meisterschaft die Kreativität im Vordergrund, galt es für die jungen Schmiede, echte „Maßarbeit” zu verrichten, um bei dem Nachwuchswettbewerb um den Matthias-Peters-Gedächtnis-Pokal zu glänzen. Dies gelang Simon Schütte aus Essen, der sich am genausten an die vorgegebenen Maße der Aufgabenstellung hielt. Der Auszubildende setzte sich gegen sechs Kontrahenten durch und nennt nun den Matthias-Peters-Gedächtnis-Pokal sein eigen.

„Er kann nicht nur stolz darauf sein, er ist sich der Achtung anderer Schmiede gewiss. Diesen Preis zu gewinnen, macht sich auch gut in der Vita und bringt sicher Pluspunkte bei der Bewerbung”, meinte Mitorganisator Adi Radermacher zum Stellenwert der Auszeichnung. Dessen wird Schütte sich bewusst sein, auch wenn er den Pokal nicht persönlich entgegennehmen konnte, da er sich schon wieder auf dem Rückweg nach Essen befand.

Cees Pronk, Präsident des IFGS, betonte bei der Siegerehrung das hohe Niveau der Wettbewerbe: „Die Nachwuchsschmiede haben gute Arbeit geleistet, und die sechs Teilnehmer an der großen Meisterschaft haben so fantastische Resultate abgeliefert, dass die Entscheidung für nur einen Sieger schwerfiel.”

Bei beiden Wettbewerben standen den Teilnehmern ausschließlich traditionelle Schmiedetechniken und Werkzeuge zur Verfügung: Lufthammer, Flex, Bohrmaschine und Co waren tabu. Die Aufsicht des IFGS hatte bei dem Nachwuchswettbewerb hatte jedoch mehr zu tun, als nur dies zu kontrollieren. Bei gleicher Genauigkeit der Arbeit konnte auch die Bewertung der „Aufpasser” in das Urteil der Jury einfließen. So hatten die Kontrolleure die Feuerführung der Jungschmiede im Blick und beobachteten, ob zum Beispiel unnütz Kohle verheizt wurde.

Weiterhin bewerteten sie die Organisation am Amboss, beurteilten, ob die Arbeitsabläufe der Teilnehmer sinnvoll strukturiert waren. Nicht zuletzt galt ihr Augenmerk dem „sauberen Arbeiten”, was sich nicht nur auf das Werkstück, sondern den gesamten Arbeitsplatz bezog. „Ein Schmied hantiert ja mit schwerem Gerät, daher sollte der Arbeitsplatz immer aufgeräumt sein. Das dient vor allem der Sicherheit, denn wer einen großen Hammer oder Säcke mit Schmiedekohlen im Weg herumliegen und -stehen lässt, stellt sich damit selbst gefährliche Stolperfallen”, beschrieb Adi Radermacher.

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