Stolberg: Tochter angeklagt: Mutter mangels Pflege gestorben

Stolberg : Tochter angeklagt: Mutter mangels Pflege gestorben

Einen erneuten Anlauf unternimmt jetzt das Aachener Landgericht: Wegen des Vorwurfs der „Misshandlung einer Schutzbefohlenen mit Todesfolge“ vor mehr als vier Jahren muss sich jetzt eine 53-jährige Stolbergerin verantworten.

Das Verfahren (Az.: 52 Ks 4/11) hatte die 1. Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann bereits für den vergangenen September angesetzt, allerdings erkrankte die Beschuldigte kurzfristig. Sie war mit dem Rettungswagen wegen eines Druckgefühls in der Brust und Unwohlsein ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo ein Verdacht eines Herzinfarktes hätte ausgeschlossen werden müssen. Nun ist die Verhandlung für Donnerstag, 19. Februar, um 13 Uhr angesetzt. Weitere Termine sind für den 24. Februar und 4. März vorgesehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, die in ihrem Haushalt lebende Mutter so sehr vernachlässigt zu haben, dass diese im August 2010 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer mangelhaften Pflege gestorben sei.

So sei es laut Staatsanwaltschaft Ende Juni 2010 zum Einsatz eines Notarztes in dem gemeinsamen Haushalt in der Kupferstadt gekommen. Die bettlägrige alte Dame, die sich selbst kaum noch habe bewegen können, sei in einem verwahrlosten Zustand gewesen. Das umfassend auf Hilfe angewiesene Opfer habe unter zahlreichen Druckgeschwüren gelitten. Die 73-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in das Stolberger Krankenhaus gebracht, wo sie aber Mitte August an einer Sepsis verstorben sei.

Aufgrund der Angaben der Mediziner im Bethlehem Gesundheitszentrum zu den ungeklärten Umständen in der Todesbescheinigung der Patientin nahm die Staatsanwaltschaft automatisch die Ermittlungen zur Todesursache auf. Mittlerweile wirft die Strafverfolgungsbehörde der 53-jährigen Tochter vor, dass die mangelnde Pflege ihrer Schutzbefohlenen ursächlich für den Tod der Mutter gewesen sei.

(-jül-)
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