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Gemüse-Ackerdemie: Tipps von Profis für die Acker-AG

Gemüse-Ackerdemie : Tipps von Profis für die Acker-AG

Seit drei Jahren bauen Kinder der OGS Gressenich eigenes Gemüse an, das auch selbst zubereitet wird. Jetzt kommt das Bauernhofmodul hinzu.

Dass Mangold kein Edelmetall ist, sondern ein schmackhaftes Gemüse, wissen die Kinder der Acker-AG in Gressenich schon längst. Denn der offene Ganztag OGS der Grundschule Gressenich hat seit drei Jahren einen eigenen Schul-Acker. „Auf 70 Quadratmetern bauen wir 30 Gemüsesorten an“, beschreibt Gabi Jansen, Leiterin der Acker-AG. Über die Ernte würden sich Eltern freuen, die das saisonale Gemüse erwerben können und damit den Unterhalt des Schul-Ackers sichern.

„Vor allem aber bereitet unsere Koch-AG immer montags und mittwochs Gerichte vom Acker zu“, erklärt OGS-Leiterin Astrid Schober. Heute empfangen Jansen, Schober und die Kinder speziellen Besuch an der Grundschule, weil ein neuer Abschnitt der „Gemüse-Ackerdemie“ beginnt. „Das Pilotjahr Bauernhofmodul startet“, sagt Helena Schmitz-Peiffer vom Bildungsprogramm „Gemüse-Ackerdemie“. Sie kommt gerade aus Eschweiler, wo an der EGS Stadtmitte ebenfalls besagtes Bauernhofmodul begonnen hat.

„Die ,Gemüse-Ackerdemie' begleitet und fördert Kindertagesstätten und Schulen dabei, eigenes Gemüse anzubauen. Neben fachlicher Betreuung und Bildungsmaterial für die Kinder liefern wir drei Jahre lang auch Saat- und Pflanzgut“, erläutert Schmitz-Peiffer. Diese drei Jahre sind an der Grundschule Gressenich vorbei, aber die „Gemüse-Ackerdemie“ begleitet die AG weiterhin. Wie jetzt beim Auftakt zum Bauernhofmodul. „Die Kinder der Acker-AG sind zwar inzwischen fortgeschrittene Gemüseanbauer, aber es ist toll, dass sie jetzt echte Profis und ihre Arbeit kennenlernen können“, freut sich Gabi Jansen.

Eben dies steckt hinter dem Bauernhofmodul, und ebenfalls zu Gast in Gressenich ist Ingrid Rosendahl, Gemüsebäuerin aus Düren-Lendersdorf. „Um die Kinder und den Schul-Acker kennenzulernen. Der nächste Schritt des Bauernhofmoduls ist dann, dass die Acker-AG unseren Hof besucht und Einblicke in unseren Beruf bekommt“, beschreibt Rodendahl. Freilich sollen Tipps von den Profis den Schul- und Kita-Ackern zugute kommen, ergänzt Schmitz-Peiffer. Gemüselandwirtin Rosendahl ist von der „Gemüse-Ackerdemie“ begeistert. „In vielen Haushalten wird kaum noch Gemüse zubereitet. Umso wichtiger ist es, wenn Kinder lernen, dass frische und gesunde Lebensmittel gut schmecken.“

Das neue Bauernhofmodul sei ein Lichtblick in auch für die Acker-AG schwierigen Corona-Zeiten, betont Gabi Jansen. „Normalerweise ist die AG jahrgangsübergreifend und Schüler aus allen vier Schuljahren arbeiten montags und dienstags am Schul-Acker. Das ist wegen der Corona-Pandemie aber nicht möglich.“ Für Kartoffeln, Mais, Tomaten, Kürbis, Sellerie, Gurken, Kohlrabi und Co. dürften derzeit die Kinder nur innerhalb ihrer Jahrgangsstufen zuständig sein.

„Das betrifft leider den gesamten Offenen Ganztag“, bedauert OGS-Leiterin Astrid Schober die momentan erschwerten Bedingungen. „Umso wichtiger ist es für uns, dass die Angebote der OGS trotz der Corona-Pandemie aufrechterhalten werden. Denn so können wir nach der Pandemie schnellstmöglich wieder jahrgangsübergreifend abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Programme im Offenen Ganztag anbieten.“

Kinder können Gemüse-Gurus werden

Als Bildungsprogramm des gemeinnützigen Vereins „Ackerdemia“ fördert und unterstützt die „Gemüse-Ackerdemie“ Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführende Schulen beim Anbau von Gemüse. Gestellt werden unter anderem Saat- und Pflanzgut, fachliche Begleitung und Bildungsmaterial. Durch eine Förderung der F.-Victor-Rolff-Stiftung können bis 2022 insgesamt 60 Schulen im Regierungsbezirk Köln von dem neuen Bauernhofmodul der „Gemüse-Ackerdemie“ profitieren.

www.gemueseackerdemie.de