Stolberg: Theaterverein bringt viel Spielwitz ins Kulturzentrum

Stolberg: Theaterverein bringt viel Spielwitz ins Kulturzentrum

Es spukte ganz gewaltig — nicht auf der Burg und auch nicht in einem anderen historischen Gemäuer der Kupferstadt, sondern im Kulturzentrum. Genau genommen war der ganze Spuk sogar ein Import — aus Würselen-Bardenberg, von wo aus die Schauspieler des Theatervereins Uschi Schillings Komödie „Wer glaubt schon an Geister?“ nach Stolberg mitgebracht hatten.

Von den rund drei Stunden (mit zwei Pausen), die die Aufführung dauerte, geriet nicht eine Minute zu lang. Das liegt nicht nur an der Spiellust der Akteure, die auf relativ kleinem Raum ein wahres Feuerwerk zu entfachen vermochten, sondern auch an der überzeugenden Geschichte des Stücks.

Timo Herzog, Lebensgefährte von Eva Herzsprung und erotischen Auswärtsspielen niemals abgeneigt, wird durch eine zerschnittene Bremsleitung an seinem Auto ins Jenseits befördert. Derweil er für 48 Stunden vom Himmel eine Gnadenfrist bekommt, um auf Erden das zu Lebzeiten Verbockte — zum Beispiel das Verhältnis zu seiner Lebensgefährtin Eva Herzsprung — ins Reine zu bringen, stellen sich die ersten Erbschleicher ein.

Und auch die freche Haushälterin Tessa ist zur Stelle, mit ihr noch andere illustre Personen. In Stolberg jedenfalls zeigten sich die Bardenberger in ansteckend guter Laune, was seine Wirkung auf das Publikum bei weitem nicht verfehlte. Robert Grabo als im wahrsten Sinne des Wortes herumgeisternder Darsteller des Schwerenöters Timo Herzog mit kalkweißem Gesicht sorgte ein ums andere Mal die Lachmuskeln der Zuschauer.

Dort im Wettstreit um die Gunst des Publikums erwuchs ihm ein ums andere Mal harte Konkurrenz, so durch Wolfgang Krupp und Simone Emmerich als erbschleichendes und strohdummes Ehepaar Willi und Hilde Herzog — dralle Komik nicht zu knapp.

Heike Bongard-Landes und Stefanie Thomas als Eva Herzsprung und Haushälterin Tessa bilden ein hinreißendes Damen-Duo. Birgit Delpy landet als schwadronierende Hellseherin „Madame Schackeline Schulzé“ eine Zwerchfell-Attacke nach der anderen.

Auch Harald Landes gibt, mit Toupet auf seinem Kopf, seinem komödiantischen Affen ordentlich Zucker. Gerd Klinkenberg (als Inspektor Harry Klein) setzt hingegen auf cooles schauspielerisches Understatement.

Mit Birgit Krupp, Dagmar Thorand und Angelika Kuntz waren auch die weiteren Nebenrollen hervorragend. Für Souffleuse Hedwig Klinkenberg gab es wenige Einsätze: In puncto Textsicherheit gab es jedenfalls auch nichts zu meckern.

Mehr von Aachener Zeitung