Stolberg: „Tankstelle“ für Frequenz und besseres Image

Stolberg : „Tankstelle“ für Frequenz und besseres Image

Mineralöl, Schmierstoffe und Tankstellen sind das eigentliche Geschäft von Fred Pfennings, der aus dem Baesweiler Gewerbegebiet das 1938 gegründete Familienunternehmen mit über 80 Mitarbeitern, 23 Tankwagen und 51 Tankstellen steuert. In der Kupferstadt kennt man ihn bisher vor allem als Betreiber der 24-Stunden-Selbstbedienungs-Tankstelle im Gewerbegebiet Steinfurt. Zum Jahreswechsel wird der Unternehmer sich in der Stolberger Innenstadt engagieren und die bisherige Victor-Passage übernehmen.

Der Kaufmann Klaus Victor hatte die Passage 1995 errichten lassen auf den Resten des nur noch als Parkplatz dienenden Stadtparks, in dem in den 70er Jahren das neue Rathaus gesetzt wurde, sowie der angrenzenden Altbebauung. Der moderne Geschäftsblock mit Einzelhandel, Büro- und Wohnflächen setzt gemeinsam mit dem Kaufhaus des Unternehmers aus Imgenbroich Akzente in der unteren Fußgängerzone. Über die Gründe, sich nach 17 Jahren von seiner Passage zu trennen, mochte Klaus Victor mit Verweis auf den noch zu erfolgenden Besitzübergang nicht sprechen. Auch noch nicht über neue Ideen.

Jede Menge Ideen hat auch schon Fred Pfennings für sein neues Engagement in der Stolberger Innenstadt. Ihr Ziel soll es sein, den Standort für Einzelhandel interessanter zu machen. Das Ensemble soll aufgewertet werden, kündigt Pfennings an. Das Umfeld von Passage und Rathaus soll attraktiver werden.

Wenn es das Wetter zulässt, soll es sehr schnell zum Beginn des neuen Jahres ein Relaunch für die Optik des Neubaus geben: Aus der Victor- wird dann die „Rathaus-Passage“ in der die Geschäfte dann durchaus mehr Aufmerksamkeit für sich erzeugen dürfen.

Zum Jahreswechsel zieht aus dem Eckladenlokal der Innenausstatter „DecoLinie“ in das gegenüber liegende Geschäftslokal des früheren Modehauses Fourné. Und Fred Pfennings ist für die neue Rathaus-Passage auf der Suche nach „echten Frequenzbringern“ für die Innenstadt. Darunter könnten auch Branchen sein, die bislang mit Rücksicht auf das Kaufhaus möglicherweise noch nicht zum Zuge gekommen sind. „Interessenten sind bereits vorhanden“, sagt Pfennings. Auch für das nach dem Umzug der Konditorei Zillmann leerstehende Ladenlokal am Steinweg: Ein polnisches Spezialitätengeschäft ist im Gespräch.

Für dieses Gebäude aus dem historischen Baubestand hat der Baesweiler Unternehmer ohnehin weitere Pläne. Das Haus soll aufgestockt werden auf die Höhe der benachbarten Bebauung, und das Dachgeschoss ausgebaut werden, um weiteren Wohnraum zu schaffen. „Unsere Architekten sitzen bereits an den Plänen“, erklärt Pfennigs, dem für die Zukunft auch weitere Investitionen in das Objekt vorschweben.

Investieren will nach Aussagen des zukünftigen Eigentümers auch Aldi in das genutzte Ladenlokal. Die Discounter-Kette habe ihren Mietvertrag weiter verlängert, erklärte Pfennings. Die Aldi-Filiale gilt als ein besonders wertvoller Frequenzbringer an dieser Position der Fußgängerzone und sichert in besonderem Maße die Nahversorgung in der Innenstadt.

Ein Nachfolger, der im März anstelle von Rewe in der Stadthallen-Passage einzieht, ist bislang noch nicht gefunden. Allerdings laufen noch Gespräche mit mehreren Interessenten, hatte Dietgrim Stark als Beauftragter der Eigentümer gegenüber unserer Zeitung erklärt. Derweil kommt Bewegung ins Umfeld des Rathauses.