Tagespflege im Haus Lucia ist gewachsen auf 24 Plätze

Haus Lucia : „Wachsen ja, aber in Maßen und mit Bedacht“

Im Haus Lucia hat sich eine Menge getan: Die Einrichtung am Halsbrech gehört zum Bethlehem-Gesundheitszentrum und ist auf die Kurzzeit- und Tagespflege spezialisiert. Bislang konnten dort zwölf Gäste in der Tagespflege und 15 in der Kurzzeitpflege untergebracht werden. Nach einem Umbau bei laufendem Betrieb stehen nun 24 Plätze in der Tagespflege zur Verfügung.

Der Unterschied zwischen Tages- und Kurzzeitpflege ist schnell erklärt. Ein typisches Beispiel für die Kurzzeitpflege ist, wenn Angehörige eine Auszeit von der Pflege nehmen. Die steht ihnen gesetzlich zu. Und das aus gutem Grund: „Die Akkus aufzutanken, ist ungeheuer wichtig“, sagt Veronika Tapp, die die Einrichtung leitet. Damit der zu pflegende Angehörige während der Ferien gut versorgt ist, gibt es die Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege.  Die Kurzzeitpflege ist aber auch für Patienten gedacht, die nach einem Krankenhausaufenthalt die Übergangszeit bis zum Reha-Antritt überbrücken müssen und in dieser Zeit auf Hilfe angewiesen sind.

Die Tagespflege hingegen ist auf die stundenweise Betreuung ausgerichtet. „Unsere Gäste werden morgens gebracht, werden hier betreut und sind abends wieder bei ihren Familien“, fasst Veronika Tapp zusammen. Doch die Nachfrage ist insbesondere bei der Tagespflege in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. „Mit dem Umbau und Teilneubau im Untergeschoss konnten wir unsere Plätze verdoppeln.“ Ein Großteil des Untergeschosses wurde einst von der  Caritas genutzt und diente zeitweise auch als Übungsräume für Kursangebote des Franziska-Schervier-Schul- und Bildungszentrums. Nach dem Umbau ist der Bereich kaum mehr wiederzuerkennen. Viel Licht, helle Holzoptik  und Barrierefreiheit stehen im Fokus.

Der Umbau startete Anfang 2018. Die Hanglage des Gebäudes war eine Herausforderung: Haus Lucia ist nämlich von einem Erdwall umgeben, der zum Teil umgeschichtet werden musste. Durch geschicktes Abtragen des Hangs konnte die Außenfläche deutlich vergrößert werden, und auch von außen ist der Erweiterungsbau von der bestehenden Bausubstanz kaum zu unterscheiden.

Da der demografische Wandel eine Tatsache ist und damit auch die Anzahl der demenziell veränderten Menschen in den nächsten Jahren zunehmen wird, liegt die Frage nahe, warum nur der Bereich der Tagespflege erweitert wurde und nicht auch der Bereich für die Kurzzeitpflege.  „Wachsen ja, aber immer in Maßen und mit Bedacht“, antwortet die  Leiterin der Einrichtung. „Wirklich gut qualifiziertes Personal zu finden, ist angesichts des Fachkräftemangels alles andere als einfach, aber das allein  ist nicht das Problem. Unsere Mitarbeiter lieben das, was sie tun. Die Strukturen und auch das Vertrauen brauchen Zeit, um zu wachsen.“ Das betrifft vor allem den Umgang mit den Gästen. „Viele der Gäste und deren Familien kennen wir seit Jahren. Wir wissen, auf welche Besonderheiten wir Rücksicht nehmen müssen. Ab einer bestimmten Anzahl von neuen Mitarbeitern ist eine Atmosphäre, wie sie in Haus Lucia zu fühlen ist, nicht mehr möglich“, resümiert Veronika Tapp.

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