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Stolberg: „Tag der offenen Moschee“: Ein Besuch bei den Nachbarn

Stolberg : „Tag der offenen Moschee“: Ein Besuch bei den Nachbarn

Sie gehören heute wie selbstverständlich zum Stadtbild, trotzdem haben viele Christen noch keine der drei Stolberger Moscheen von innen gesehen. Der „Tag der offenen Moschee“ am Dienstag, 3. Oktober, soll das ändern.

Seit zehn Jahren laden islamische Glaubensgemeinschaften in ganz Deutschland am Tag der deutschen Einheit in ihre Gotteshäuser ein. Theologen beantworten Interessierten alle Fragen, die ihnen auf der Seele brennen, bei Führungen kann man den Aufbau einer Moschee kennenlernen und wenn man die Gebetszeiten abpasst, auch beim Gebet zuschauen.

Offen für jeden stehen die Türen der drei Stolberger Moscheen aber auch an jedem anderen Tag des Jahres, betont Ahmet Ekin vom Stolberger Integrationsrat: „Vom Morgen- bis zum Nachtgebet ist jederzeit jemand zugegen, man kann immer kommen und fragen.“

Ängste abbauen

Der „Tag der offenen Moschee“ soll aber noch einmal besonders deutlich zeigen, dass die muslimischen Gruppen sich um die Integration bemühen. Im vergangenen Jahr habe die Besucherzahl etwas abgenommen, bedingt durch Islamophobie und Terrorbedrohung, vermutet der Vorsitzende des Integrationsrates. „Eben solche Ängste wollen wir durchbrechen und Vorurteile durch richtige Informationen abbauen.“ In einer Kommune wie Stolberg mit rund zehn Prozent muslimischer Bevölkerung sei das besonders wichtig.

In der Ditib-Moschee, der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüsund (IGMG) und der Moschee El-Iklass liegt Informationsmaterial aus — natürlich auch auf Deutsch. Bei Führungen können die Besucher das Gemeindeleben und die Glaubensausübung in der Moschee kennenlernen.

Theologen werden für alle Fragen zur Verfügung stehen. Auch kritische Fragen sind erlaubt und können — vielleicht bei einem Glas schwarzem Tee — geklärt werden. Schließlich steht der diesjährige „Tag der offenen Moschee“ unter dem Motto „Gute Nachbarschaft — bessere Gesellschaft“.

Muslime tragen besondere Verantwortung für Menschen aus ihrer Nachbarschaft, geht aus den Überlieferungen aus dem Leben des Propheten Muhammad hervor. „Wir haben schon viel erreicht und sind auf einem guten Weg, müssen aber für eine echte Gemeinschaft noch mehr tun“, sagt Ahmet Yildiz von „Side“, dem Verein türkischer Mittelständler in Stolberg. Das Iftar-Essen in der Stadthalle mit rund 1000 deutschen und muslimischen Besuchern sei ein positives Beispiel für ein Zusammenrücken.

Der „Tag der offenen Moschee“ soll für noch mehr gegenseitiges Verständnis und Interesse sorgen, so Hasan Ceylan von der IGMG: „Wir wollen alle Stolberger herzlich einladen, um ein besseres Miteinander-Umgehen zu gewährleisten.“

(kt)