Stolberg: Tafel: 1885 Menschen auf Hilfe angewiesen

Stolberg: Tafel: 1885 Menschen auf Hilfe angewiesen

Viel haben sie in jüngster Zeit erreicht, die circa 110 Mitglieder und die rund 130 Ehrenamtler der Stolberger Tafel: Seit etwas mehr als zwei Monaten sind sie in ihren neuen Räumen an der Eschweilerstraße zu Hause.

Von dort aus fahren die Aktiven werktäglich mit zwei modernen Kühltransportern zu rund 40 Unterstützern wie zum Beispiel Supermarkt-Inhabern oder Bäckern, um dort Lebensmittel für etwa 700 Haushalte mit 1800 Menschen abzuholen.

Thomas Schellhoff, Vorsitzender der Stolberger Tafel, freute sich bei seinem Rückblick über ein positives gesellschaftliches Umfeld.

Grund genug für alle Beteiligten, inne und Rückschau zu halten — beim Neujahrsempfang am Wochenende im Museum Zinkhütter Hof, bei dem Helfer und Gönner nicht nur in festlicher Runde aßen, tranken und mit einander eine gute Zeit nebst kulturellen Beiträgen genossen, sondern auch Rückschau hielten und auch eine aktuelle Standortbestimmung vornahmen.

Persönliche Rede

Die kam in diesem Fall vom Tafel-Vorsitzenden, Thomas Schellhoff. Der frühere Verwaltungsleiter des Bethlehem-Gesundheitszentrums stellte Persönliches an den Beginn und dankte den Freunden und Mitstreitern im Saal des Museums zunächst einmal für deren Solidarität in einem für ihn von Krankheit gezeichneten Jahr 2016.

Dann aber wandte sich der Redner den jüngeren Entwicklung im und für den Verein zu, dessen Arbeit er als „bunt, vielschichtig und kostbar“ bezeichnete. Sich und die Seinen sieht Schellhoff als in der Mitte der Gesellschaft angekommen, denn: „Die Tafel ist so akzeptiert wie schon lange nicht mehr.“

Gestärkt durch den politischen und sozialen Rückhalt sowie die neue Infrastruktur, stellen sich die Aktiven der Tafel den Herausforderungen ihre Arbeit. Gebraucht werden sie jedenfalls mehr denn je: Insgesamt 1855 im zurückliegenden Jahr ausgegebene Berechtigungskarten entsprechen jedenfalls einer Zunahme von rund zehn Prozent gegenüber 2015, rechnete Thomas Schellhoff seinen Zuhörern vor.

Neben diesen besinnlichen Tönen fehlte es bei diesem Neujahrsempfang aber auch nicht an geselligen Akzenten — was im Übrigen nicht nur an den von Gastronomie-Pächter Serkan Sistermanns und seinen Mitarbeitern für die Teilnehmer zubereiteten Köstlichkeiten lag.

Vielmehr hatte Tafel-Kassierer Rolf Wieczarkowicz seine überaus zahlreichen Kollegen vom Männerchor „Fortissimo Euregio“ mit dem Breiniger Dirigenten (und Kunsthändler) Ludwig Pitz in den Zinkhütter Hof gelockt — satte, voll tönende Lieder, klassischer Männergesang eben, nur anders halt als beim spätabendlichen Besuch der „Karamba Männcher“.

Es gab halt viele Anlässe zu feiern, wie dann schließlich auch der Lichtbildvortrag voller Szenen aus dem zurückliegenden Jahr dokumentierte. Mehr zum Thema gibt es im Internet: www.stolberger-tafel.de.

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