Stolberg: Tabellenführer VfL Vichttal: Das gesamte Gefüge harmoniert

Stolberg : Tabellenführer VfL Vichttal: Das gesamte Gefüge harmoniert

So richtig hatte keiner damit gerechnet, aber es fühlt sich gut an: Der VfL Vichttal grüßt nach zehn Spieltagen von der Tabellenspitze in der Bezirksliga 3 - daran konnte auch die erste Saisonniederlage am vergangenen Sonntag gegen Stotzheim nichts ändern.

„Wir wollen versuchen, uns bis zur Winterpause oben festzusetzen”, gibt deshalb auch Co-Trainer Hans-Jürgen Fischer die (neue) Marschrichtung vor. Daran ändere auch das 1:2 gegen Stotzheim nichts, das etwas unglücklich für die Vichttaler zustande kam: Lange hatten die Gastgeber nach dem Treffer von Barrientos gegen den Tabellenzweiten geführt - das änderte sich erst durch ein Eigentor und einen weiteren Treffer in Unterzahl in der Schlussviertelstunde, nachdem Ali Yücel des Feldes verwiesen worden war.

„Er wird uns in der Innenverteidigung natürlich fehlen”, klagt Fischer, denn gerade die Defensive des VfL hat bisher hervorragend funktioniert. „Die Abwehrarbeit fängt im Sturm an und das machen wir derzeit sehr gut.” Erst fünf Gegentore - kein Bezirksligist ist besser - sprechen eine klare Sprache. Ein Extralob hat der Co-Trainer deshalb auch für Torwart Stefan Delheid übrig: „Er gibt der Abwehr einen starken Rückhalt, die Jungs vor ihm haben immer ein sicheres Gefühl”, so der Co-Trainer über den Neuzugang zwischen den Pfosten.

„Für Aufsteiger wird das zweite Jahr oft schwieriger als das erste”, sagt Fischer - beim VfL ist derzeit das Gegenteil der Fall. Die Neuzugänge haben sich bestens integriert, das gesamte Gefüge harmoniert sehr gut. Ein echter Zugewinn für den VfL sind die beiden „Sechser” im Mittelfeld, Björn Schmitz und Robert Walica. Beide haben Erfahrung in höheren Spielklassen gesammelt, die sie nun an die jungen Vichttaler Mannschaftskameraden weitergeben. Aus der zentralen Schaltstelle heraus wird immer wieder das Spiel über die Außenbahnen initiiert - für den VfL derzeit das Erfolgsrezept.

Am Samstag (17.30 Uhr) bei Düren 77 wollen die Vichttaler daran wieder anknüpfen. „Wir wollen das Ergebnis von letzter Woche korrigieren”, sagt Fischer und warnt sogleich: „Das wird eines der schwierigsten Spiele. Die Frage ist, wie die Mannschaft die Niederlage verkraftet, wie wird sie reagieren?”

Der Gegner ist zwar Viertletzter, aber eine Mannschaft im Aufwind nach zuletzt zwei Siegen in Folge. Vorsicht ist also angebracht. „Ich sehe unsere Mannschaft stark genug”, sagt Fischer, „und sie wird die Dürener sicher nicht unterschätzen.”

Punktet der VfL auch in Düren, steigt natürlich die Chance, bis zur Winterpause oben dran zu bleiben, auch wenn Stotzheim mit einem Nachholspiel im Rücken noch vorbeiziehen kann. Was aber zunächst nicht weiter schlimm wäre, da voraussichtlich die ersten beiden der Tabelle am Ende aufsteigen. Und auf Platz drei hat Vichttal schon jetzt vier Punkte Vorsprung.

„Einen Aufstieg kann man nicht planen”, wiegelt Fischer zwar ab. Dennoch könnte es sein, dass man auf dem Dörenberg das Saisonziel korrigieren wird. „Wenn wir im Winter immer noch oben sind, werden wir vielleicht auch für Neuzugänge interessant”, sagt Fischer. „Vielleicht verirrt sich nach jemand nach Vichttal.”

Eines stellt der Co-Trainer angesichts der bisherigen Leistungen und der Entwicklung der Sportanlage Dörenberg schon mal fest: „Die Leute merken langsam, dass es im Umfeld mehr gibt als nur Wenau, Rott, Breinig oder Walheim oder Breinig.”

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