Stolberg: Suche nach dem Anker-Mieter läuft noch

Stolberg: Suche nach dem Anker-Mieter läuft noch

Die Konkurrenz ist der Kupferstadt eine Nasenlänge voraus: Ein paar Autominuten von Münsterbusch entfernt baut in Brand an der Debyestraße Obi sein neues Domizil neben die Autobahn. 10.500 m² Verkaufsfläche und 390 Parkplätze entstehen.

Im Gegenzug soll die alte Filiale an der Eilendorfer Straße aufgehoben werden. Auch Bauhaus rüstet auf: Der Markt an der Krefelder Straße erhält eine „Drive-in-Arena” wie sie bereits beim Pendant am Kaninsberg besteht.

Derweil setzt Stolberg alle Hoffnungen auf sein Leuchtturm-Projekt an der Mauerstraße in Münsterbusch. Anfang 2007 gewann die Züblin Development GmbH eine städtische Investorenausschreibung für die Industriebrache mit einem echten Sahnehäubchen, wie seinerzeit die Technische Beigeordnete Simone Kaes-Torchiani schwärmte.

Mittlerweile hat im Konzern die Strabag Real Estate die weitere Projektierung für den architektonisch hochwertigen Bau- und Gartenmarkt übernommen, und Bereichsleiter Rainer Maria Schäfer lässt sich von der Entwicklung im Umfeld der Kupferstadt nicht irritieren: „Um so wichtiger ist es, Stolberg als Standort zu behaupten”. Jetzt erst recht müsse die Kupferstadt mit der Entwicklung Schritt halten. „Wir sind dabei, unser Konzept mit Leben zu füllen”, betont Schäfer.

Weiterhin laufen Verhandlungen mit potenziellen Anker-Mietern - wobei sich wohl nicht mehr Obi für den Standort Kupferstadt interessieren dürfte angesichts der Investitionen nahe der Brander Auffahrt zur A 44. Immerhin soll ein paar hundert Meter weiter an der Debeyestraße auch der Eilendorfer Anschluss an die A 44 bis Ende 2013 gebaut werden, den die Stolberger als ihren Autobahnanschluss verstehen. Von dort ist es aber auch nur ein Katzensprung zum projektierten Standort am Fuße des weithin sichtbaren Zincoli-Kamins, der als beleuchtete Landmarke des Züblin-Projektes dienen soll. Hier sind nun die anderen Großen der Baubranche erste Wahl.

„Das Interesse an Stolberg ist ungebrochen groß”, zeigt sich Schäfer zuversichtlich. Der Wahl des Anker-Mieters würden die Entscheidungen über weitere Nutzer schnell folgen können. Aber: „Gut Ding will Weile haben”, meint Schäfer. Schließlich soll die Landmarke nachhaltig und langfristig erfolgreich sein; und auch im Rathaus verspricht man sich eine deutliche städtebauliche Aufwertung an diesem Eingangstor zur Innenstadt. Der Bau des Marktes sei „ein Klacks” im Vergleich zu den Planungen, Überlegungen und Verhandlungen im Vorfeld, so Schäfer.

Immerhin möchte die Strabag rund 30 Millionen Euro in Münsterbusch investieren. 40 Hektar Fläche stehen neben Zinkhütter Hof und Dienstleistungszentrum zur Verfügung. 15.000 m² Betriebsfläche sind allein für den Bau- und Gartenmarkt angedacht mit 500 Parkplätzen direkt vor der Türe. Weitere 4200 m² Betriebsfläche können in einem zweiten Bauabschnitt direkt in der Verlängerung des DLZ entstehen. Ein Kreisverkehr soll die Anbindung an die Landesstraße 220 gewährleisten.

Mit einer Entscheidung über den Haupt-Mieter könnten auch die Planungen in die entscheidende Phase treten. Ein Verkehrsgutachten muss erstellt, der Bebauungsplan noch beschlossen und ein Bauantrag gestellt werden. Letztlich muss der Investor das Gelände der Stadt noch abkaufen. Der Optionsvertrag dafür läuft noch bis zum 30. Juni 2013 - eine Frist, die Schäfer allerdings nicht ausschöpfen möchte.

Netto lässt sich an der Eisenbahnstraße nieder

Im kommenden Jahr soll der Bau eines neuen Verbrauchermarktes auf dem Gelände des ehemaligen Metallwerks an der Eisenbahnstraße beginnen. Im Bereich des kürzlich abgerissenen Betriebsgebäudes will sich die Discounter-Kette Netto niederlassen. Der Bauantrag ist zwar längst genehmigt. Weil aber die Planung aktuellen Erkenntnissen der Branche angepasst werden soll, muss sich am Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung noch einmal mit dem Projekt befassen, da der Rat jüngst die Veränderungssperre für das Gebiet verlängert hatte.

Erweitert wird das Vorhaben um einen Pfandraum und weitere Lagerflächen. Die Verwaltung empfiehlt dem Ausschuss eine Zustimmung.

Auch für das übrige Gelände läuft die Vermarktung weiter. Der Eigentümer ist in Gesprächen mit Interessenten für die beiden verbliebenen Gebäude , die das Gewerbeareal zum Kupferhof Bleibtreu abgrenzen. Eine Projektentwickler betreibt die zukünftige Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden früheren Produktionshalle. Ergebnisse sind noch nicht spruchreif.

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