Stolberg: Streikende Erzieherinnen werden von der IG Metall unterstützt

Stolberg: Streikende Erzieherinnen werden von der IG Metall unterstützt

Sie haben Kinder geschminkt, leckere Zuckerwatte und rote Kappen verteilt, doch ihr Hauptansinnen am internationalen Kindertag war es, die Eltern zu sensibilisieren: In die inzwischen vierte Streikwoche starteten die Stolberger Erzieherinnen der städtischen Kitas mit einem Aktionstag der Gewerkschaft Verdi vor dem historischen Rathaus am Kaiserplatz.

„Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt, die Eltern darüber informiert, dass wir eine Bezahlung durchsetzen wollen, die den anspruchsvollen Tätigkeiten und den gestiegenen Erwartungen entspricht“, erklärte Joachim Paul.

Der Verdi-Vertrauensleute-Sprecher ergänzte, dass auch über das „so genannte Angebot“, das der kommunale Arbeitgeberverband unterbreitet hat gesprochen wurde: „Es ist nur ein aufgewärmter Vorschlag, der für viele Erzieherinnen eine Verschlechterung und nur für sehr wenige eine Verbesserung darstellen würde.“ Kritik an dem Streik habe es in Stolberg von Eltern keine gegeben, sagte Paul: „Die Eltern haben Verständnis für uns, und wir sagen ja auch klar, dass wir gar nicht weiter streiken wollen, sondern uns durch die Verweigerungshaltung des Verbands der kommunalen Arbeitgeber dazu gezwungen sehen.“

Zu dem Verständnis der Eltern gab es bei dem Aktionstag am Kaiserplatz Unterstützung, die Paul mit „so geht Solidarität“ beschrieb. Zumal viele Kollegen der IG Metall selbst Kinder haben, die derzeit wegen des Streiks der Erzieherinnen nicht in einer städtischen Kita untergebracht sind.

„Trotzdem ist es für uns Metaller eine Selbstverständlichkeit, solidarisch mit den Verdi-Kollegen und den Erzieherinnen zu sein. Investitionen in die Erziehung und Bildung unserer Kinder ist sind richtig und wichtig“, betonte Martin Peters, Erster Bevollmächtigter der IG Metall. Und er hob hervor, dass der Verdi-Aktionstag im Schatten des Stolberger Verwaltungssitzes an genau dem richtigen Ort stattfinde: „Die Bürgermeister der Kommunen sollen kein Verständnis für die streikenden Erzieherinnen äußern — davon hat niemand etwas. Die Bürgermeister sollten besser ihren Einfluss auf den Verband der kommunalen Arbeitgeber geltend machen und dabei helfen, dass endlich ein vernünftiges Angebot bei den Tarifverhandlungen auf den Tisch kommt.“

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