Nur ein Projekt ist noch nicht umgesetzt: Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger verlässt die Stadt

Nur ein Projekt ist noch nicht umgesetzt : Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger verlässt die Stadt

„Es war eine tolle Zeit. Es war auch eine anstrengende Zeit, die ich aber in keinster Weise mehr missen möchte. Ich habe der Stadt und den Menschen, die hier leben, viel zu verdanken“, sagt Robert Voigtsberger. Noch ist der 38-Jährige Stolbergs Erster Beigeordneter. Ab Montag wird er nicht mehr in Stolberg arbeiten, sondern einige Kilometer mehr zurücklegen müssen.

Dann begeht Voigtsberger seinen ersten Arbeitstag als Dezernent für Bildung, Jugend und Sport in Köln. Mit uns hat er noch einmal auf seine Zeit in Stolberg zurückgeblickt und verraten, welches Projekt er noch gerne umgesetzt hätte. 

Als „Neuling“ sei er vor rund fünf Jahren nach der Wahl von Tim Grüttemeier zum Bürgermeister in eine öffentliche Verwaltung gekommen. Zuvor hatte er als stellvertretender Sportdirektor beim Deutschen Behindertensportverbandes gearbeitet und sei in seiner Tätigkeit dort oft mit Behörden in Berührung gekommen. Dennoch: „Es war ein großer Schritt für mich in eine Verwaltung zu kommen mit so vielen Mitarbeitern.“ Nun dürfte dieser Schritt noch eine Nummer größer ausfallen. Schließlich wird Voigtsberger nun Chef von 6000 Mitarbeitern sein.

Schnell habe er gemerkt, dass die Mitarbeiter der Stolberger Verwaltung eine „wahnsinnige Energie und Lust an der Umsetzung“ hätten. Eine seiner ersten Ideen: eine Sozialplanung auf den Weg bringen. Damals sei man sehr strategisch vorgegangen, habe Daten gesammelt und Bürgerbeteiligungen veranstaltet. Das Ganze entwickelte sich dann weiter bis zum integrierten Handlungskonzept (IHKo), dessen erste Projekte sich in der Umsetzung befinden. „Es war ein Prozess der letzten Jahre, der dazu geführt hat, wo wir heute stehen. Ich wünsche mir, dass die Menschen in Stolberg davon auch nachhaltig profitieren“, sagt Voigtsberger. Weitere Projekte, die Voigtsberger initiierte: Tourismuskonzept, Aktionsplan Inklusion,  Ausbau der Kita-Landschaft, sozial gestaffelten OGS-Beiträge oder auch die Einrichtung eines Familienbüros.

Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger verlässt Stolberg. Etliche Projekte hat er in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Tim Grüttemeier (Mitte) und dem Technischen Beigeordneten Tobias Röhm (rechts) angestoßen. Foto: ZVA/Sonja Essers

Und wie sahen die vergangenen Tage nach der Wahl des neuen Bürgermeisters aus? In der vergangenen Woche fand die Übergabe statt. Natürlich ließ Voigtsberger es sich auch nicht nehmen an den Sitzungen des Sozial-, des Schul- und des Kinder- und Jugendausschusses teilzunehmen, die in dieser Woche anstanden. „Es war mir wichtig dabei zu sein, um mich auch von den Ausschussmitgliedern vernünftig zu verabschieden.“

Auch wenn der 38-Jährige der Stadt Stolberg arbeitstechnisch den Rücken zuwendet, privat will er weiterhin mit seiner Familie in Stolberg wohnen bleiben und zur Arbeit – das Dezernat befindet sich in Deutz – pendeln. „Wir fühlen uns hier wohl und ich würde mich mittlerweile auch als Stolberger bezeichnen“, sagt er und lacht. „Ich spüre auf der einen Seite eine große Wehmut, freue mich aber auch sehr auf die neue Herausforderung.“

Das „Dynamische Dezernenten-Duo“ aus den Beigeordneten „Roberta“ Voigtsberger und Tobias Röhm kommt bei den Mädcher op Jück hervorragend an. Foto: Dirk Müller

Allerdings wisse er auch, dass er Stolberg viel zu verdanken habe. Gerade die vergangenen sechs Monate seien eine sehr intensive Zeit gewesen. Nachdem Grüttemeier zum Städteregionsrat gewählt wurde und sein Amt als Bürgermeister aufgab, übernahm Voigtsberger als Allgemeiner Vertreter seine Aufgaben. „Das war für mich eine große Ehre. Ich wusste aber auch, dass ich mich auf viele Menschen in der Verwaltung verlassen kann.“ Vor allem die Termindichte sei enorm gewesen. „Ich habe das aber mit großer Zufriedenheit und – wie ich finde – auch mit großem Engagement betrieben. So dass der neue Bürgermeister ein gut bestelltes Feld vorfindet.“

Und gibt es auch ein Projekt, das er gerne noch zuende gebracht hätte? „Die Eirichtung eines Wohnmobilstellplatzes. Aber ich bin guten Mutes, dass wir einen vernünftigen Standort gefunden haben“, sagt er.

Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger verlässt Stolberg. Foto: Jürgen Lange

Die ersten Tage an seinem neuen Arbeitsplatz werde er nutzen, um die Menschen in der Verwaltung kennenzulernen. Doch auch die Arbeit lässt nicht lange auf sich warten. Denn bereits kurz nach Voigtsbergers Ankunft finden die ersten Ausschuss- und Ratssitzungen in der Domstadt statt. Welche Projekte Voigtsberger in den kommenden Jahren in Köln erwarten? Unter anderem die Schulentwicklungs-, Kinderbetreuungs- und Sportentwicklungsplanung. „Ich war hier immer sehr nah an den Themen dran und konnte viele gute Erfahrungen sammeln. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Vor mir liegt eine spannende Zeit“, sagt er. Eine Zeit für die er den Grundstein in der Kupferstadt gelegt hat.