Stolbergerinnen feiern den Weltfrauentag

Stolbergerinnen feiern Weltfrauentag : Ein Abend, von dem alle profitieren

Das Wochenende gehörte in Stolberg dem Verein „Frauen für Frauen“ in Stolberg (FFFIS). Erst feierten die Frauen und Mädchen aus vielen verschiedenen Ländern mit etlichen Stolbergerinnen im ökumenischen Gemeindezentrum „100 Jahre Frauenwahlrecht“, und am Samstag wurde der Verein dann mit dem Erlös des Benefizkonzertes des Stolberger Musiksommers bedacht.

Aus einem Sozialprojekt im Stadtviertel „Alte Velau“ entstand die Idee zum Verein. Seine Hauptaufgabe liegt in der Betreuung und Unterstützung von Frauen in Stolberg mit oder ohne Migrationshintergrund, die Schwierigkeiten haben, ihren Alltag außerhalb von Familie und Haushalt zu gestalten, weil sie aufgrund von Sprachproblemen oder sozialen Problemen nicht allein in der Lage sind, eigene Initiative zu einem gesunden, kontaktfreudigen und abwechslungsreichen Leben zu entwickeln.

Einmal im Monat, immer am ersten Dienstag, laden sie zu einem Frauenfrühstück in die Räume des Kultur- und Generationenhauses Kugel ein. Desweiteren organisieren sie Koch- und Backkurse sowie Mutter-Kind-Kurse für Migrantinnen, um Sprachkompetenzen und soziale Kontakte zu verbessern und begleiten Flüchtlingsfamilien bei ihren alltäglichen Problemen. Neu ist in diesem Jahr, dass sie an jedem letzten Freitag im Monat in ihre jeweilige Heimat einladen, ihr Land vorstellen und die Menschen mit einem landestypischen Essen verwöhnen wollen. Am 29. März ab 19 Uhr startet die neue Reihe mit Algerien. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind unter fffis@verein.de möglich.

Der Frauentag am 8. März wurde mit einer Ausstellung „Frauenwahlrecht – Menschenrechte“ eröffnet. Susanne Goldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stolberg, hatte die einzelnen Tafeln, auf denen der Kampf der Frauen von 1871 bis heute dargestellt worden war, mit ihrem Team vorbereitet. Für Karina Wahlen, 1. stellvertretende Bürgermeisterin, waren die hundert Jahre im Rückblick, eine „ansehnliche“ Zeitspanne, wenn man einmal auf die Nachbarn schaut. Denn in Frankreich wurde dieses Recht erst 1944, in der Schweiz 1971 und in Portugal drei Jahre später durchgesetzt. So ist der 19. Januar 1919 zwar ein großer Tag im Leben der deutschen Frauen, aber es gäbe auch noch viel zu tun, so die Festrednerin. Erinnert sei an die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“

Nach so viel ernsten Worten ging es heiter mit Musik und Tanz weiter. Salsabil Hammdache vom FFFIS und Geraldine Wronski von der Integrationsagentur Caritas Aachen moderierten abwechselnd die einzelnen Programmpunkte. Zunächst präsentierte Esra Gür ihre Künste auf der Saz, einer Langhalslaute, die vom Balkan bis Afghanistan weit verbreitet ist. Afrikanischen Gesang bot ein Gesangtrio aus der afrikanischen Gemeinde in Stolberg. Zwischen den musikalischen Darbietungen blieb auch immer Zeit, ins Gespräch zu kommen oder von dem leckeren internationalen Buffet, ebenfalls hergerichtet von dem Frauenverein, zu kosten. Die Stimmung war gut, überall nur fröhliche Gesichter.

Dann war Fitness angesagt, und das nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Mittun. Zu einer Multikulti-Playlist mit Musik aus Portugal, Deutschland, Frankreich, Albanien, der Türkei, Mexiko und anderen Ländern wurde unter Anleitung der rassigen Meral Haubrich und ihrer Sportgruppe Zumba getanzt und es wurden viele Kalorien verbrannt.

Zum Schluss entführten Rachida und weitere drei Damen ihrer Bauchtanzgruppe „Der Tempelhof“ aus Aachen in einer eindrucksvollen Show zur orientalischen Musik in die Schönheit des Orients. Der internationale Frauentag hatte an diesem Tag viele Menschen zusammengebracht und für einen Abend gesorgt, von dem alle profitierten.

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