Stolberg: Stolberger Vereine: Kein Promibonus für Hoeneß

Stolberg: Stolberger Vereine: Kein Promibonus für Hoeneß

Der Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, Uli Hoeneß, muss sich derzeit vor dem Landgericht München II verantworten. Er soll mindestens 27 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Wie kommt der Prozess gegen das Fußball-Idol Hoeneß bei den Stolberger Clubs an? René Metzen fragte für die Redaktion nach:

Axel Wirtz, Vorsitzender der SG Stolberg 1919/09, antwortete auf die Frage, ob Uli Hoeneß nun von seinem Amt beim FC Bayern zurücktreten sollte: „Die Probleme belasten ihn nicht nur persönlich, sondern auch den Verein. Ich als 1. Vorsitzender empfehle ihm, die Vereinsaufgaben erst mal ruhen zu lassen.“ Sollte Uli Hoeneß zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden? Wirtz: „Der Antwort auf diese Frage möchte ich mich enthalten.“

Ulrich Bohrer, Vorsitzender der DJK Sportfreunde Dorff: „So lange keine Gerichtsentscheidung vorliegt, sollte Hoeneß nicht von seinen Ämtern zurücktreten.“ Sollte er ins Gefängnis? Bohrer: „Bei dieser Frage enthalte ich mich, das ist Sache der Justiz. Darüber möchte ich kein Urteil abgeben.“

Michael Penners, Vorsitzender des TSV Donnerberg 1898, antwortet auf die Frage nach einem Rücktritt des Bayern-Chefs völlig klar: „Er soll zurücktreten.“ Und soll Uli Hoeneß ins Gefängnis? Penners: „Er soll genauso behandelt werden wie jeder andere auch und keine Sonderstellung haben.“

Frank Laumen, Vorsitzender des Spielvereins Breinig 1910, hält sich noch zurück mit einem Urteil: „Aus meiner Sicht ist die Frage, ob Hoeneß zurücktreten soll, schwer zu beantworten. Wenn der Sachverhalt geklärt ist und Gelder vermischt wurden, also privates Geld mit Sponsoren- und anderen Geldern des FC Bayern München, dann hat er keine andere Möglichkeit, aber erst wenn der Sachverhalt geklärt ist. Ihn vorher zu verurteilen, wäre falsch, erst mal sollen alle Fakten auf den Tisch.

Er soll sich wie jeder andere Bürger auch vor dem Gericht verantworten und keinen Promibonus erhalten. Aber auch nicht, weil er ein Promi ist, härter bestraft werden. Die Strafe soll angemessen sein und im Verhältnis stehen. Es kann nicht sein, dass Tötungsdelikte oder Kindesmissbrauch weniger schwer geahndet werden als Finanzverbrechen.

Thorsten Meier, Geschäftsführer des VFL 08 Vichttal, sagt: „Ich bin ein großer Sympathisant von Uli Hoeneß. Er sollte jedoch zurücktreten, weil das nach den neuen Erkenntnissen nicht mehr zu halten ist. Soll er ins Gefängnis? Meier: „Nein. Er soll für die hinterzogenen Steuern aufkommen, denn die Dummheit hat dafür gesorgt, dass er viel durchgemacht hat. Was er selber zu verantworten hat. Ich wünsche es ihm nicht, dass er ins Gefängnis muss.“

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