Unterwegs mit dem „Prinzen-Express“: Stolberger Tollität Ecki I. verwandelt die Kneipen in närrische Tollhäuser

Unterwegs mit dem „Prinzen-Express“ : Stolberger Tollität Ecki I. verwandelt die Kneipen in närrische Tollhäuser

Eine Gaststätte in der Altstadt an einem vermeintlich „ganz normalen“ Freitagabend: Gesellig sitzen die Gäste am Tresen – und plötzlich bricht die Hölle los. Im positivsten Sinne, versteht sich, denn von einem Moment auf den nächsten wird die Kneipe zu einem närrischen Tollhaus, weil der Stolberger Prinz Ecki I. (Eckhard Braun) auf Tour ist.

Ob Kneipe, Bistro oder Restaurant an diesem Freitagabend gut oder eher mittelmäßig frequentiert sind, spielt dabei keine Rolle, denn selbstverständlich kommt Ecki I. nicht alleine. Vorneweg sorgen die Trompetenbläser Donnerberg tüchtig für musikalische Stimmung, die Tollität wird standesgemäß von der Prinzengarde eskortiert, die Tanzgarde der Ersten Großen KG ist ebenfalls mit auf Tour, der Hofstaat von Ecki I. ist dabei und hat noch eine muntere Frauengruppe mitgebracht. Summa summarum strömen gut 50 bestens aufgelegte Karnevalsfreunde in die Gaststätten und füllen diese nach nach allen Regeln der Kunst mit Menschen, Musik und ausgelassener Karnevalsstimmung.

Die große Gruppe startet im „Check Point“, besucht dann das „Bistro Platia“, bevor es in die Altstadt geht, wo Besuche im „Weißen Rößl“, „The Savoy“ und „Piano“ anstehen. „Endstation“ der prinzlichen Kneipentour in der Innenstadt ist dann traditionell der „Postwagen“.

Der Zug durch die Kneipen ist ein althergebrachter Brauch und diesmal zugleich eine Premiere, denn „der Zug“ ist zum ersten Mal wörtlich zu nehmen: Von der stattlichen Fußgruppe begleitet fahren Ecki I., sein Prinzenadjutant Reiner Hewing und der Hofstaat in der Bimmelbahn durch Stolberg, die als „Weihnachtsexpress“ bei den Kupferstädter Weihnachtstagen zwischen den Schauplätzen pendelt. Prinzenadjutant Reiner Hewing erzählt, wie es dazu kam: „Bei einem gemütlichen Abendessen in der Büsbacher Gaststätte ,Zur Barriere‘ hatte Ecki die jecke Idee, den Altstadtbummel mit der Bimmelbahn zu machen. Das war am Sonntag vor der Tour, also relativ kurzfristig.“

Prinzenadjutant Reiner Hewing hat für Ecki I. kurzfristig und auf dem „kleinen Dienstweg“ die Bimmelbahn für die Kneipentour organisiert. Foto: Dirk Mueller

Ein Fall für Hewing und ein Paradebeispiel für den „kleinen Dienstweg“, wie er in Stolberg möglich ist. Am Montag versucht Hewing den kommissarischen Verwaltungschef und Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger zu erreichen, um ihn um Rat zu fragen. Voigtsberger ist aber bei Terminen. Am Dienstag kommt der Kontakt dann zu Stande, und der ehemalige Burggraf Voigtsberger bittet daraufhin Jürgen Gerres, den Chef der Stolberg Touristik, um Hilfe. Gerres teilt dem Prinzenadjutanten umgehend die Kontaktmöglichkeiten zum Bimmelbahn-Betreiber in Alsdorf mit, und nur wenige Minuten später kann Hewing das Gefährt buchen.

Nach der Idee am Sonntagabend wird der „Kupferstädter Weihnachtsexpress“ am folgenden Freitagabend zum „Stolberger Prinzenexpress“, und die Bimmelbahn rollt im Schritttempo durch die Innenstadt.

Närrische Kupferstadt

Buchstäblich mit Pauken und Trompeten sowie flankiert von einem beeindruckenden Tross der Ersten Großen. Damit ist der Gruppe um Prinz Ecki I. nicht nur in den besuchten Gaststätten große Aufmerksamkeit gewiss, sondern auch auf den Stolberger Straßen. Menschen kommen an die Fenster, treten vor ihre Türen und bestaunen das Spektakel. Sie erleben hautnah, dass die fünfte Jahreszeit in vollem Gange ist und dass Prinz Ecki I. die närrische Kupferstadt regiert. Und viele Zeugen der Kneipentour mit Bimmelbahn bekommen garantiert Lust auf den Straßenkarneval mit dem Rosenmontagszug in Stolberg und den Umzügen in den Stadtteilen.

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