Stolberg: Stolberger „Pfandtaschen“: Grüne Beutel, die die Umwelt schonen

Stolberg: Stolberger „Pfandtaschen“: Grüne Beutel, die die Umwelt schonen

Das Flaschenpfand ist längst ein „alter Hut“, das Dosenpfand inzwischen auch. Neu hingegen ist in Stolberg das „Taschenpfand“. Denn in der Bücherstube am Rathaus gibt es — der Umwelt zu Liebe — seit rund einem Monat „Pfandtaschen“.

„Mit Erfolg, den wir messen können. Bei uns gehen jetzt circa 90 Prozent weniger Plastiktüten über die Ladentheke“, beschreiben die Inhaber Bettina und Wolfgang Krüpe. Das Prinzip der neuen „Pfandtasche“ ist einfach, aber im Detail durchdacht: Kunden erhalten die Stofftasche gegen ein Pfand in Höhe von 2 Euro, das sie komplett zurückerhalten, wenn sie die leere Tasche zurückbringen.

Robuste Exemplare

Strahlendes Grün weist auf die Umweltfreundlichkeit hin, lange Henkel ermöglichen, die Tasche über der Schulter zu tragen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere dicke „Wälzer“ transportiert werden, was die Tragkraft der robusten Taschen aus hundertprozentiger Baumwolle durchaus hergibt. Die Alternative zu Plastiktüten schone in zweifacher Hinsicht die Umwelt, erklärt Bettina Krüpe: „Einerseits wird umweltbelastender Plastikmüll vermieden, aber andererseits müssen die Kunststofftüten auch produziert werden. Und Energie aufzuwenden, um ein Wegwerfprodukt herzustellen ist alles andere als nachhaltig.“

Letzteres gelte im Übrigen auch für Papiertaschen, die zwar umweltschonender seien als Plastiktüten, deren Energiebilanz aber ebenfalls zu wünschen übrig lasse. Anders verhält es sich mit den „Pfandtaschen“ aus Stoff, die viele Male benutzt werden können, weil sie langlebig und auch waschbar sind.

„Wobei die Kunden sie nicht gewaschen und gebügelt zurückbringen müssen, um ihr Pfand wiederzubekommen“, betont Wolfgang Krüpe, der auch das einzige Problem mit den Stofftaschen nicht unerwähnt lässt: „Sie sind natürlich in der Anschaffung wesentlich teurer, und das bringt die Einzelhändler in eine Zwickmühle.“ Entweder würden die Geschäftsleute die Kosten selbst tragen müssen, oder sie an die Kunden abwälzen — mit dem Risiko, die Kundschaft zu verärgern.

In der Bücherstube, Servicestelle unserer Zeitung, habe sich „das Prinzip Pfandtasche“ als perfekte Lösung der Problematik bewährt, beschreibt Bettina Krüpe: „Wir führen viele Gespräche darüber mit unseren Kunden. Dabei kommt die ,Pfandtasche‘ sehr gut an.“

In diesen Dialogen werde zudem das Bewusstsein der Kunden hinsichtlich der Wegwerftüten geschärft. Alles in Allem sei die „Pfandtasche“ ein Erfolgsmodell — wenn es nach Wolfgang Krüpe geht nicht nur für die Bücherstube: „Es wäre wünschenswert, wenn viele Händler in der Stadt für die Umwelt an einem Strang ziehen, und wir vielleicht bald die ,Stolberger Pfandtasche‘ etablieren können.“