Stolberg: Stolberger Metallwerk: Neueinstellungen bleiben tabu

Stolberg: Stolberger Metallwerk: Neueinstellungen bleiben tabu

Es bleibt dabei: Trotz der ausgesprochen guten wirtschaftlichen Lage wird erst vorerst keine Neueinstellungen beim Stolberger Metallwerk geben. „Der konzernweite Einstellungsstopp hat nach wie vor Gültigkeit”, erklärte Leo Bergstein am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gültigkeit besitzt aber weiterhin die Einschätzung, dass bei anhaltender hoher Nachfrage spätestens nach den Sommerferien an einer Aufstockung der derzeit gut 250 zählenden Mitarbeiter kein Weg mehr vorbeiführen dürfte. „Hoch zufrieden”, zeigt sich der Stolberger Werksleiter derzeit. „Wir empfangen nur positive Signale von der Kundschaft. Und wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass es einen Einbruch, wie wir ihn im Herbst 2010 erlebt haben, in diesem Jahr nicht geben wird.”

Gleichwohl lässt Bergstein weiter Vorsicht walten. „Die Erfahrungen aus 2010, wo die Kurzfristigkeit der Auftragseingänge sehr ausgeprägt war, ist immer noch präsent”, räumt er ein. Deshalb sollen die erwarteten zusätzlichen Engpässe beim ohnehin schon stark beanspruchten Personal in den Ferienmonaten Juli und August nicht mit zusätzlichem Personal, sondern „mit einer guten Kombination verschiedener Instrumente” kompensiert werden.

Dazu sollen die Beschäftigung von Ferienjobbern, befristete Einstellungen und Arbeitnehmerüberlassungen - sprich Zeitarbeiter - beitragen, ebenso wie weitere Mehrarbeit und die Übernahme von Produktionskapazitäten durch das KME-Werk in Osnabrück. Bis zu 30 Prozent könnten im Extremfall vom hauseigenen Nachbarn produziert werden. Ob das in Stolberg bei jedermann auf Gegenliebe stoßen würde, erscheint angesichts des auch konzernintern großen Konkurrenzdruckes bei der Metall-Weiterverarbeitung allerdings eher fraglich.

Völlig außer Frage steht derweil für Leo Bergstein die Einsatzbereitschaft der Belegschaft an der Kupfermeisterstraße. „Die Mannschaft funktioniert hervorragend, die Mitarbeiter sind unglaublich flexibel und bringen eine klasse Leistung”, lobt der Werksleiter die Bereitschaft zur (Mehr-) Arbeit und zum flexiblen Einsatz in höchsten Tönen.

Neben dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung sieht Bergstein vor allem auch in dieser Stärke einen entscheidenden Faktor für das positive Ergebnis, das das Stolberger Metallwerk gemeinsam mit einer Sektion in Osnabrück für die Geschäftseinheit „Connectors” erzielt hat. „Erstmals seit Jahren haben wir wieder ein Plus erwirtschaftet”, freut sich der Werksleiter, der genaue Zahlen nicht nennt, auf Nachfrage aber bestätigt, dass es sich um einen niedrigen siebenstelligen Betrag handelt.

Erfolg nährt natürlich auch die Erwartungen, und so sind die Zielsetzungen für 2011 entsprechend ehrgeizig. „Wir streben eine weitere Steigerung des Produktions- und damit des Absatzvolumen an”, so der Werksleiter. Die Messlatte liegt bei acht Prozent. „Und damit verbunden ist natürlich die Erwartung, dass sich auch der Gewinn erhöhen wird.”

Nach den Ferien, also im September, dürfte sich absehen lassen, ob diese Vorgaben erfüllt werden können. Dann soll - unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen - mit dem Betriebsrat auch noch einmal über mögliche Neueinstellungen verhandelt werden.