Stolberg: Stolberger Klerus muss seinen Priesternotdienst einschränken

Stolberg: Stolberger Klerus muss seinen Priesternotdienst einschränken

Die Leistung bleibt erhalten, aber der Service muss neu organisiert werden, weil immer weniger Leistungsträger eine stets zunehmende Belastung schultern müssen: Der Priesternotdienst - insbesondere für die über 35.000 Katholiken im Stadtgebiet - muss eine neue Struktur erhalten.

Dies insbesondere deshalb, weil der Stolberger Klerus „angesichts der immer größer gewordenen seelsorgerischen Verpflichtung zusätzlich den wechselnden Bereitschaftsdienst Tag und Nacht nicht mehr aufrecht erhalten kann”, erklärt Pastor Norbert Bolz.

Der bislang unter einer einheitlichen Rufnummer erreichbare Notdienst wird ab morgen eingestellt. Bereits bis dato galt die Regelung, dass die Stolberger nur dann, wenn die Pfarrgeistlichen nicht zu erreichen sind, die Notrufnummer wählen sollte, die beim Bethlehem-Krankenhaus auflief. Von dort aus wurde dann der Priester mit Bereitschaftsdienst verständigt.

„Diese Bereitschaft hat uns aber immer eine halbe Woche gebunden”, wirbt Bolz um Verständnis, denn die wachsenden terminlichen Verpflichtungen für eine geringer werdende Anzahl von Priestern wird zunehmend zu einer nur schwierig zu tragenden Belastung für den Klerus. Insgesamt fünf katholische Priester stehen im Stadtgebiet weiterhin für dringende Notfälle - bei schwerer Krankheit oder im Sterbefall - in den jeweiligen Pfarrgemeinden zur Verfügung.

Hinzu kommt Pfarrer Christoph Schneider, der „nahezu rund um die Uhr”, so unterstreicht es Pastor Hans Rolf Funken, im Krankenhaus seelsorgerisch tätig ist. „Das ist längst nicht überall gewährleistet”, betont Funken. Schneider werde weiterhin den Dienst im Krankenhaus abdecken, wird aber mit Blick auf die Gesundheit vom Einsatz im Stadtgebiet entlastet.

Direkter Draht zum Pfarrer

„Wir wollen weiterhin im Rahmen unserer zeitlichen Möglichkeiten für die Kranken da sein, und dies gilt besonders auch für die Spendung der Krankensalbung”, betont Pastor Jürgen Urth und klärt über Missverständnisse auf. „Die Krankensalbung ist keine letzte Ölung, sondern ein Sakrament, das man bei einer ernsthaften Erkrankung empfangen sollte”, sagt Urth. „Das sollte nicht verwechselt werden”. Die Krankensalbung stärke die Seele und führe mit Gottes Hilfe auch zur körperlichen Genesung. „Daher ist der rechtzeitige Augenblick für ihren Empfang schon gegeben, wenn eine schwere Erkrankung beginnt”, appellieren die Geistlichen an die Gläubigen, recht- und frühzeitig Termine für die Spendung dieses Sakramentes mit dem jeweiligen Pfarramt abzusprechen.

„Für die dringenden Notfälle bei plötzlicher schwerer Erkrankung oder im Sterbefall können sich die Gläubigen an die tätigen Priester wenden”, unterstreicht Bolz. Dabei gilt zukünftig die Regel, sich im Notfall zuerst an den zuständigen Gemeindepfarrer zu wenden und erst falls der nicht zu erreichen ist, einen anderen Mitbruder anzurufen.

Im Notfall die Priester direkt kontaktieren

Für dringende Notfälle bei schwerer Krankheit oder im Sterbefall möge man sich an die örtlichen Pfarrämter bzw. Priester wenden: Ulrich Lühring in Breinig (1029611), Jürgen Urth in Büsbach (26554), Norbert Bolz in Mausbach (71642) sowie in St. Lucia Hans Rolf Funken (26456) und Norbert Glasmacher.