Stolberger Jugend widmet sich fotografisch Menschenrechtskonvention

Berufskolleg und Jugendberufshilfe : Die Kamera auf Menschenrechte fokussiert

Einmal den fotografischen Blick hinaus in die Welt richten, um wieder zurück nach Stolberg zu kommen und die Heimat wertzuschätzen: Anlässlich der Vernissage „Wir haben da´n Recht drauf“ hatten sich im Foyer des Stolberger Berufskollegs viele Menschen zusammengefunden.

Der Grund: Gemeinsam mit der Jugendberufshilfe Stolberg entstand in diesem Jahr ein Fotoprojekt mit Schülern zum Thema Menschenrechte. Das Fotoprojekt habe schon lange Tradition, berichtete die Fotografin Agnes Bläsen, die jährlich Themen fotografisch mit Schülern umsetzt. „In diesem Jahr war der Fokus der Kamera auf Menschenrechte gestellt“, wie Rene Reschka, einer der beteiligten Schüler, in der Ansprache betonte.

Inspiration war der Fotokoffer der Städteregion. Dieser Koffer ist bestückt mit Bilderpaaren zu den 30 Artikeln der Menschenrechtskonvention. Die Fotos stammen von der Fotoagentur „Magnum“. Es ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Fotokooperative, die einen humanistischen Ansatz verfolgt und die Qualität ihrer Fotografien und Reportagen selber garantieren möchte.

Die Jugendlichen und die Deutschlehrerin Katja Knospe hatten sich intensiv mit den Bildern aus dem Koffer beschäftigt. Es enstand so ein intensiver Austausch über die einzelnen Menschenrechtsartikel sowie die Wahrung dieser in Deutschland oder im Ausland. Im Vordergrund standen zunächst die Botschaft sowie die Emotionen, die geweckt wurden beim Betrachten der Bilder – also das Gesamtbild stand im Fokus. Durch das genaue Hinsehen reflektierten die jungen Erwachsenen auch ihre eigene Situation und stellten fest: „Wie gut, dass wir in Deutschland leben, wenn man das so alles in den anderen Ländern sieht.“

Im nächsten Schritt widmeten sich die Jugendlichen mit der Fotografin Agnes Bläsen der Bildsprache, den Bilddetails und der technischen Umsetzung. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie der Fotograf das Bild in Szene gesetzt hat, um den Gegenstand klein und gebrechlich darzustellen. Genau das hatten die Jugendlichen im Projekt gelernt und konnten das umsetzen. Dann durften sie endlich selbst an die Kameras und erkundeten – natürlich immer mit dem Blick auf die Menschenrechte – die eigene Umwelt und das Geschehen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Mit dem neuen fotografischen Wissen und den Fokus auf Menschenrechte gestellt, weiteten einige sogar ihr Arbeitsumfeld auf ganz Stolberg aus.

Die 80 Bilder, die man auf der Ausstellung zu sehen bekam, waren eine Auswahl aus insgesamt 200 Fotografien. Die Auswahl sei ein anstrengender, aber kreativer Prozess gewesen, berichtete Agnes Bläsen. Sehr gelungen, fand das Publikum und applaudierte lautstark. Auch die Jugendlichen selbst standen noch Rede und Antwort.

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