Nichte sexuell belästigt: Stolberger für drei Missbrauchstaten verurteilt

Nichte sexuell belästigt : Stolberger für drei Missbrauchstaten verurteilt

Ein 37-Jähriger aus Stolberg soll seine sechsjährige Nichte längere Zeit sexuell belästigt haben. Für drei von 22 angeklagten Taten muss jetzt er geradestehen. Das Aachener Landgericht hat am Dienstag ein Urteil gefällt.

Immerhin muss Thomas A. aus Stolberg jetzt für drei von 22 angeklagten Missbrauchstaten geradestehen, Taten, die der 37-jährige nach den Erkenntnissen der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts an der Tochter seines jüngeren Bruders zwischen Sommer 2016 und Herbst 2017 begangen hat.

Für diesen sexuellen Missbrauch an der zur Tatzeit erst sechs bis dann sieben Jahre alten Nichte kassierte der Angeklagte im Urteil der Kammer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren Haft, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Bereits zu Anfang des Prozesses hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt, das wurde ihm am Ende des Verfahrens strafmildernd angerechnet.

Dem 37-Jährigen aus Stolberg war in der Anklageschrift vorgeworfen worden, sich insgesamt bei 22 Gelegenheiten anlässlich mehrerer Übernachtungen des Kindes in der Wohnung des Onkels dem Mädchen sexuell genähert zu haben. In welchem Umfang die Übergriffe stattfanden, war von der Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt worden, zumindest vor Gericht hat der Schutz der Kinder absoluten Vorrang.

Nach insgesamt vier Verhandlungstagen waren dem Angeklagten sodann drei Taten nachzuweisen, die zu der Verurteilung führten. Im Prozess hatte der 31-jährige Bruder als Zeuge immer wieder betont, dass er sich schwere Vorwürfe mache, das Kind über Nacht bei seinem Bruder gelassen zu haben.

Das Verhältnis der beiden Brüder war auch vor den Taten nicht einfach gewesen, wie der 31-Jährige berichtete. Es habe mehrfach Streit gegeben, doch das Angebot des Älteren, sich um die Nichte zu kümmern, habe die Sache auch entspannt.

Und dann sei der Schock gekommen, als die Tatvorwürfe offenbar wurden. Der Vater des Kindes berichtete damals am ersten Verhandlungstag, dass er selber deswegen die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch genommen habe, das Kind kam selbstverständlich ebenso in Behandlung.

Der Täter wurde am Ende nur – in Anführungsstrichen – wegen sexuellen Missbrauchs eines schutzbefohlenen Kindes verurteilt. In der Anklage der Staatsanwaltschaft war war zunächst von schwerem sexuellen Missbrauch die Rede gewesen, der immer dann angeklagt wird, wenn der Täter in den Körper des Opfers eindringt. Dies war hier nach der Erkenntnissen der Kammer nicht der Fall.

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