Stolberger Eisenbahnfreunde: Historischer Ausflug in den Osten

Sächsische Bahnen : Historischer Ausflug in den Osten bei den Eisenbahnfreunden

Sächsische Eisenbahnstrecken standen jetzt im Mittelpunkt des als Frühschoppen bezeichneten Gedanken- und Erfahrungsaustausches der Kupferstädter Eisenbahnfreunde im Foyer des Hauptbahnhofes an der Rhenaniastraße.

Gestalter der Vormittagsveranstaltung, die das Interesse von rund 35 Besucher fand, waren die Eisenbahnhistoriker Roland Keller aus Stolberg und Klaus Wölfle aus Mainz. Für ihren Vortrag – gezeigt wurden digitale Bilder und kurze Filmsequenzen – hatten sie die im Bundesland Sachsen liegende Bahnlinien ausgewählt, die die Bezeichnungen Muldental-, Fichtelberg- und Preßnitztalbahn tragen.

Den Anfang machte Keller, der sich schwerpunktmäßig der Geschichte und dem Werdegang der Muldental- und Fichtelbergbahn widmete. Keller hatte zu DDR-Zeiten in den frühen 1980er Jahren beide Bahnlinien bereist und seine Erlebnisse und Eindrücke für eindrucksvolle Fotos genutzt: Fotos, die Haltepunkte und Bahnhöfe sowie Betriebsanlagen, Strecken und Fahrzeuge im Zustand der frühen 1980er Jahre zeigten.

Damals hatte die DDR für den Betrieb ihrer Strecken von Glauchau nach Wurzen (Muldentalbahn) sowie von Cranzahl nach Oberwiesental (Fichtelbergbahn) noch zahlreiche Dampfloks genutzt. Sie bildeten den Schwerpunkt der Keller-Bilder.

Die Muldentalbahn ist 1875 entstanden. Drei Jahre später wurde sie von der sächsischen Staatsbahn übernommen. Nach dem Kriege war die Deutsche Reichsbahn, die Bahnbetriebsgesellschaft der DDR, für den Betrieb der mit zahlreichen Tunnelbauten versehenen Strecke zuständig, die rege vom Personen- und Güterverkehr genutzt wurde. Derzeit sind weite Teile der Linie stillgelegt. Seit 2005 sind Fördervereine bemüht, Teilbereiche der Strecke einer touristischen Nutzung zuzuführen.

In einem besseren Zustand ist aktuell die 1897 entstandene Fichtelbergbahn. Die im Erzgebirge ansässige Schmalspurbahn erlebte 1998 eine Renaissance und wird derzeit überwiegend mit historischen Dampfloks befahren. Auf ein großes touristisches Interesse stößt auch die Preßnitztalbahn, die der Mainzer Eisenbahnhistoriker Klaus Wölfe im Oktober dieses Jahres besucht und für wirkungsvolle Fotos genutzt hat.

Als sächsische Schmalspurbahn von Wolkenstein nach Jöhstadt verkehrend ist die Preßnitztalbahn 1892 entstanden. Von 1992 bis 2000 erlebte sie als Museumsbahn zwischen Steinbach und Jöhstadt eine Reaktivierung und Wiederbelebung. Befahren wird sie derzeit mit historischen Dampf- und Dieselloks. Stationiert sind die Schienenfahrzeuge in Jöhstadt wo der Musemsverein auch ein Ausbesserungswerk besitzt und unterhält.

Der den sächsischen Bahnen gewidmete Frühschoppen war die letzte Veranstaltung in diesem Jahr. Aus diesem Anlass hatte der Besitzer und Hausherr des Bahnhofsgebäudes, die EVS in Eigenschaft von Geschäftsführer Thomas Fürpeil, den Eisenbahnfreuden ein Büfett zur Verfügung gestellt. Fortgesetzt wird der monatliche Frühschoppen der Stolberger Eisenbahnfreunde im Foyer des Hauptbahnhofes an der Rhenaniastraße, am Sonntag, 20. Januar 2019, ab 10.30 Uhr. Dann steht die Eisenbahn der Westeifel auf dem Programm.

(doe)
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