Stolberg: Stolberger Bündnis resümiert

Stolberg: Stolberger Bündnis resümiert

Nach der Diskussion um die Veranstaltungen und die Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Neonazi-Aufmarsch am vergangenen Samstag meldet sich jetzt das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus zu Wort.

Mehr als 800 Menschen hatten sich am Samstag an der friedlichen Demonstration des Bündnisses unter dem Motto „Stolberg nazifrei” beteiligt. So sei es „wieder gelungen, den braunen Aufmarsch aus der Innenstadt herauszuhalten”. Mit 450 Neonazis waren weniger als im vergangenen Jahr angereist. Als großen Erfolg wertet das Bündnis das längste Solidaritätsbanner der Welt, gestaltet von Bürgern, Vereinen, Institutionen und Parteien. „Mit seinen 530 Metern wurde es zum Symbol für den Zusammenhalt der Demokraten gegen Rechtsextremismus. Dafür dankt das Bündnis allen Beteiligten, besonders den vielen Kindern und Jugendlichen”, heißt es.

Das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus hatte sich bereits während der Veranstaltung auf dem Jordanplatz öffentlich von den gewaltsamen Ausschreitungen angereister Linksautonomer distanziert. „Der Protest gegen Neonazis muss mit demokratischen Mitteln geführt werden. Das Stolberger Bündnis tritt entschlossen gegen jede Art gewaltsamer Handlungen und auch gegen Aufrufe dazu ein”, heißt es in einer erneuten Stellungnahme.

„Nazigewalt darf in unserer Gesellschaft kein Vorbild für die Gegenbewegung sein. Wir werden daher auch weiterhin für unsere Grundüberzeugung stehen: für eine bunte und freiheitliche Gesellschaft, in der jeder Friedfertige demokratischer Gesinnung ohne Unterdrückung oder Hetze leben kann”, äußerst sich das Bündnis weiter. Neben den demokratischen Parteien, Jugendverbänden und Schulen sei jeder Einzelne gefragt, schon Kinder und Jugendliche im Eintreten für ein demokratisches Weltbild stark zu machen.

„Das Stolberger Bündnis dankt daher allen Bürgern, die sich dem friedlichen Protest am 9. April auf dem Kaiserplatz angeschlossen hatten und ruft weiterhin dazu auf, mitzuhelfen, Neonazis in unserer Stadt und in der ganzen Region den Nährboden zu entziehen”, bilanziert das Bündnis.