Stolberg-Donnerberg: Stolberger Akkordeon-Orchester überzeugt in Josefskirche

Stolberg-Donnerberg: Stolberger Akkordeon-Orchester überzeugt in Josefskirche

Schon ein Akkordeon allein bietet eine unglaubliche Fülle an Klangfarben. Zum Orchester zusammengeschlossen sind die, die das Instrument beherrschen, eine musikalische Macht. Bewiesen haben das die Aktiven des Ersten Stolberger Akkordeon-Orchesters „Harmonia“ mit ihrem Konzert in der Kirche St. Josef auf dem Donnerberg.

Kaum noch einen freien Platz gab es dort kurz vor Beginn — ein untrüglicher Beweis für die Beliebtheit der Auftretenden. Die Interpreten enttäuschten dann auch ihr Publikum nicht und boten unter Leitung ihres niederländischen Dirigenten Carlo Plaum eine große Vielfalt an Stücken, bei deren Interpretation sie ihre Stärken auf jeweils andere Weise darstellen konnten.

Der Dirigent als Solist: Carlo Plaum begeisterte die Zuhörer auf dem Donnerberg.

Als Gewinn stellte sich dabei heraus, dass Plaum im Wechsel mit Mitgliedern des Orchesters den Zuhörern die Stücke in kurzen Moderationen erklärte — etwa die zweite Arlésienne-Suite von Georges Bizet, die der künstlerische Leiter mit trockenem Humor in das Gesamtwerk des französischen Spätromantikers einordnete: „Er hat nichts davon gehabt; er ist bald gestorben.“ Die vier Sätze der Suite wusste das Orchester mit viel Temperament und Gefühl in vielen Facetten schillern zu lassen — genau so wie sie mit Badinerie und Air von Johann Sebastian Bach dem geordneten, grazilen Fluss der barocken Melodie huldigten. Und dass er selbst auch ein Akkordeon-Virtuose von Rang ist, dokumentierte der Dirigent zur Mitte des rund anderthalbstündigen, pausenlosen Konzertes mit dem Stück „Revelation“. Das „Ensemble“ der „Harmonia“ unter Elke Hoffmann-Kittel brachte dann zu Beginn der zweiten Hälfte kammermusikalische Akzente ein.

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Die Pavane von Gabriel Fauré versahen die in kleiner Besetzung von elf Musikern auftretenden Interpreten mit feinen lyrischen Akzenten, ebenso, wie sie der Bearbeitung von Bachs Choral „Jesu bleibet meine Freude“ für Akkordeon eine große Eleganz und Innigkeit mitgaben. „Gabriella‘s Song“ aus der Filmmusik zu „Wie im Himmel“ rundete den überaus angenehmen und variantenreichen Eindruck, den Elke Hoffmann-Kittel und die Ihren hinterließen, ab. Die Mitglieder des Orchesters wiederum nutzten das letzte Drittel des Konzerts, um ein regelrechtes Feuerwerk abzubrennen. Die „Irische Suite“ lebte ganz aus der verfeinerten folkloristischen Melodiefreude, mit der die Virtuosen auch Ohrwürmer wie „Oh Danny Boy“ umsetzten.

Mit sehr viel Liebe und einer Prise Swing gestalteten die Akkordeonisten James Lasts Filmmusik zu „Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung“ und — als Zugabe — mit warmem Klang ein Werk von Carlo Plaum, die „Akkordeon-Ballade“. Der herzliche Beifall alle Zuhörer war Ihnen dafür gewiss — und eine Spende bei der Türkollekte.