Stolberg: Stolberger achten auf die Herkunft ihrer Ostereier

Stolberg: Stolberger achten auf die Herkunft ihrer Ostereier

In der Osterwoche dreht sich wie immer alles ums Ei. Was für den Bürger einfach zu Ostern dazugehört, gut aussieht und schmeckt, stellt für den Händler ein wichtiges Geschäft dar.

Die Hühner-Haltung und Eier-Produktion ist ein Thema, mit dem sich auch die Europäische Union befasst. Das von der EU für 2012 verfügte Aus für Mini-Käfige hat die Bundesrepublik bereits drei Jahre früher umgesetzt.

Diese Umstellung kostet allerdings Geld: Auf 15 bis 20 Euro pro Tier haben deutsche Landwirte die Kosten für die Anschaffung neuer Volieren veranschlagt, die nun über den Verkaufspreis wieder hereingeholt werden müssen.

Im Supermarkt finden sich neben Eiern aus Freiland-, Boden- und Biohaltung weiterhin die Käfig-Eier. „Auch wenn die Hühnerkäfige mittlerweile größer sind, ist das nicht der Grund für die leichten Preisanstiege der Eier”, erklärt Theo Reinartz, Inhaber des Rewe-Markts in der Stolberger Innenstadt: „Das ist einfach typisch für die Jahreszeit und Eier-Hochsaison”.

Was die Käfig-Haltung betreffe, vertraue er seinem Großhändler aus Eschweiler. Er würde die Hühner artgerecht halten und neben Käfig-Eiern auch solche aus Bodenhaltung produzieren. Natürlich würde Reinartz am liebsten nur Freiland- oder Bio-Eier verkaufen, doch letztendlich entscheide ja der Kunde: „Solange die Nachfrage nach möglichst billigen, aber frischen Eiern hier so groß bleibt und kein Verbot eintritt, bleiben sie natürlich im Sortiment.”

Christa Berzborn kauft ihre bunten, gekochten Ostereier bei dem Markthändler Jos Vroomen: „Da weiß man wenigstens, was man hat und dafür zahle ich auch gerne etwas mehr.”

Etwas mehr bedeutet bei Jos Vroomen 24 Cent für ein Ei. Das sei zwar teurer als ein Ei aus Käfighaltung, aber gesünder. Er verkaufe nur Eier aus Bodenhaltung: „Ich habe den Eindruck, dass meine Kunden in Stolberg mehr als in anderen Städten auf die Herkunft der Eier achten.”

Bodenhaltung von 1500 Hühnern betreibt seit 2007 auch die Bäuerin Christa Ewig aus Breinig.

Für sie und ihre Familie hat die EU-Bestimmung einiges verändert: „Vorher haben wir unsere Hühner in Minikäfigen gehalten, haben uns aber bei der Umrüstung nicht für größere Käfige, sondern direkt für Bodenhaltung entschieden.”

Dies sei zwar zunächst die teurere, aber dafür die langfristig sinnvollere Alternative gewesen. Ihre Kunden seien vor allem geschmacksorientiert und hätten positiv auf die leichten Preiserhöhungen reagiert, sagt Ewig.