Stolberg: Stolberg Open: Aus der Not eine Tugend gemacht

Stolberg: Stolberg Open: Aus der Not eine Tugend gemacht

Am heutigen Samstag beginnen am Hammerberg die 2. Stolberg Open des Tennisclubs Blau-Weiß. Organisiert wird das 14-tägige Turnier von dem Trio aus Joachim Nagelschmidt, Sportwart Jürgen Sonnen und dem 2. Vorsitzenden Udo Chantré.

Über das Leistungsklassenturnier sprach Dirk Müller mit Nagelschmidt.

Was sind Ihre Aufgaben bei der Organisation und Ausrichtung der Stolberg Open?

Nagelschmidt: Vor der ersten Auflage der Stolberg Open sind Jürgen Sonnen und Udo Chantré auf mich zugekommen, weil sie einen Mann für die Praxis brauchten. Da ich das System des Tennisverbands gut kenne, kümmere ich mich um die Auslosung und die aktuelle Eingabe der Ergebnisse während des Turniers. Und weil ich beruflich in der Werbung tätig bin, bot es sich natürlich auch an, dass ich für die Außendarstellung zuständig und werbetechnisch aktiv bin. Ich betreue die Software und auch unsere eigene Vereins-Homepage. Im System des Tennisverbands pflege ich die Ergebnisse ein, unsere TC-Blau-Weiß-Internetseite „füttere“ ich mit aktuellen Fotos und auch Videos.

Wie ist die Idee entstanden, die Stolberg Open auszurichten?

Nagelschmidt: Wir haben quasi aus der Not eine Tugend gemacht: Als der TC Blau-Weiß zuletzt Gastgeber der Tennis-Stadtmeisterschaft war, die von den Stolberger Clubs abwechselnd ausgerichtet wurde, war die Resonanz sehr schlecht. Es gab nur rund 25 Meldungen, so dass wir überlegt haben, etwas Neues auszuprobieren. Bei den ersten Stolberg Open verzeichneten wir dann 94 Meldungen.

Weshalb war die Resonanz bei der Stadtmeisterschaft so schlecht im Vergleich zu den Stolberg Open?

Nagelschmidt: Wir Stolberger Tennis-Vereine konnten uns nicht darauf einigen, die Stadtmeisterschaft als Leistungsklassenturnier auszurichten. Die Stolberg Open hingegen sind ein offenes Leistungsklassenturnier, an dem auch Spieler, die nicht aus Stolberg kommen, teilnehmen können. Es stellte sich heraus, dass heute Leistungsklassenturniere für die Aktiven attraktiver sind — übrigens auch für die Spieler aus der Kupferstadt. Es freut uns sehr, dass bei der zweiten Auflage der Stolberg Open die Beteiligung von Spielern befreundeter Stolberger Tennisclubs größer geworden ist.

Was genau ist ein Leistungsklassenturnier?

Nagelschmidt: Bei der Stolberger Stadtmeisterschaft konnte seinerzeit jeder mitspielen. Bei einem Leistungsklassenturnier sind ausschließlich Verbandsspielerinnen und -spieler zugelassen. Diese werden — ähnlich dem Handicap beim Golf — aufgrund ihrer Leistungen in Klassen eingeteilt und können sich bei Leistungsklassenturnieren verbessern, wenn sie etwa gegen einen höher eingestuften Spieler gewinnen. Bei den Stolberg Open sind Aktive von der niedrigsten Leistungsklasse 23 bis zur Leistungsklasse 6 zugelassen, und viele Spieler der Leistungsklassen 7, 8 und 9 sind gemeldet, die hoffen, sich zu verbessern. Um ein Leistungsklassenturnier ausrichten zu können, müssen allerdings auch die Voraussetzungen gegeben sein.

Welche Voraussetzungen sind das?

Nagelschmidt: Das Turnier muss vom Tennisverband genehmigt werden. Der Veranstalter muss zum Beispiel einen Oberschiedsrichter stellen. Am Turnier teilnehmen dürfen wie gesagt nur Verbandsspieler, und auch die Auslosung erfolgt online über das System des Tennisverbands. Wobei dieses System uns schon Möglichkeiten lässt, ein wenig Einfluss auf die Auslosung zu nehmen.

Wie kann der TC Blau-Weiß als Veranstalter Einfluss auf die Auslosung nehmen?

Nagelschmidt: Je nach Teilnehmeranzahl in den verschiedenen Kategorien können wir Spieler setzen. Das bedeutet, die Aktiven mit den höchsten Leistungsklassen gelten als Favoriten, und der Zufallsgenerator des Tennisverbands berücksichtigt dies, so dass die stärksten Aktiven nicht gleich in der ersten Runde gegeneinander antreten. Ebenso nutzen wir die Option, die — so weit möglich — vermeidet, dass Spieler aus dem selben Verein schon in der ersten Runde aufeinander treffen.

Bei den Stolberg Open werden Haupt- und Nebenrunden gespielt. Was verbirgt sich dahinter?

Nagelschmidt: Es wird im K.o-System gespielt, und eigentlich wäre, wer sein erstes Spiel verliert, raus aus dem Turnier. Bei den Stolberg Open muss aber kein Teilnehmer schon nach der ersten Runde ausscheiden, sondern kann in der Nebenrunde starten, die dann neu ausgelost und auch wieder im K.o-System gespielt wird. So sind für die Aktiven mindestens zwei Spiele garantiert, und auch für die Sieger und Zweitplatzierten der Nebenrunden gibt es Sachpreise.

Die Stolberg Open haben die Stadtmeisterschaft abgelöst. Ausgerichtet werden sie aber nicht abwechselnd von den Kupferstädter Tennisclubs wie einst die Stadtmeisterschaft, sondern nur vom TC Blau-Weiß?

Nagelschmidt: Ja, denn dieses Turnier ist ja unser „Baby“. Außerdem sind wir der einzige Stolberger Tennisclub, der über eine Anlage mit sieben Plätzen verfügt, und die benötigt man schon, um ein Turnier dieser Größenordnung innerhalb von 14 Tagen auszurichten.

Nach der ersten Auflage war schnell klar, dass es auch die zweiten Stolberg Open geben wird. Kommt im nächsten Jahr auch die dritte Auflage?

Nagelschmidt: Mit Sicherheit, allerdings mit einigen Veränderungen, die aus den Erfahrungen der ersten beiden Stolberg Open resultieren und das Ziel haben, die dritte Auflage noch besser zu machen. Wir sind mit den Teilnehmerzahlen bisher sehr zufrieden. 2014 waren es 94, jetzt sind es 95 Aktive, aber es ist noch Luft nach oben. Daher wollen wir die Stolberg Open attraktiver machen — für Teilnehmer, Zuschauer und auch für unsere treuen Sponsoren, deren Engagement für uns nicht selbstverständlich ist. Bei den dritten Stolberg Open wünschen wir uns 120 bis 130 Teilnehmer.

Wie will der TC Blau-Weiß dieses Ziel erreichen und noch mehr Teilnehmer ansprechen?

Nagelschmidt: Etwa indem wir den Zeitpunkt des Turniers auf den Prüfstand stellen. Die Stolberg Open finden ja bisher komplett in den Sommerferien und damit der Hauptreisezeit statt. Auch werden wir darüber nachdenken, eventuell noch neue Kategorien aufzunehmen.

Wie sehen Sie die Chancen in den eigenen Reihen des TC Blau-Weiß, die Stolberg Open zu gewinnen?

Nagelschmidt: Sehr gut, denn wir haben einige heiße Eisen im Feuer. Bei den Damen 40 etwa ist Birgit Kogel-Petrillo an 1 gesetzt, und auch auf den Plätzen 3, 4 und 5 der Setzliste finden sich Spielerinnen unseres Clubs. Bei den Damen 50 gehören die an 2 gesetzte Karin Bauer und die an 3 gesetzte Astrid Braun zum Favoritenkreis. Markus Robionek ist bei den Herren 30 an 1 gesetzt und Claudius Spirat an 3. Der an 2 gesetzte Herbert Pfeil gehört zu den Favoriten der Herren 40. Christoph Borgmann und Werner Jahr sind bei den Herren 50 an 1 und 2 gesetzt, und bei den Herren 60 ist unser Vorsitzender Raymond de Waele an 3 gesetzt und hat ebenfalls Chancen auf den Sieg.

Und wie beurteilen Sie die Chancen für den Teilnehmer Joachim Nagelschmidt?

Nagelschmidt: Realistisch. In der Kategorie Herren 50 ist die Leistungsdichte recht groß, und ich bin an 10 gesetzt. Schon in der zweiten Runde könnte ich auf den 6 gesetzten Spieler geraten. Würde ich das Viertelfinale erreichen, könnte der an 4 gesetzte Spieler mein Gegner sein. Beide spielen zwar mit 10 nur eine Leistungsklasse höher als ich, aber es wird für mich schon sehr schwierig, das Halbfinale zu erreichen.