Stolberg: Inge Müllenholz stellt in der Stadtbücherei aus

Stadtbücherei : Flower Power unter Einfluss von Chin-Fa Cheng

Wer in der Kunst mit Klatschmohn in Berührung kommt, hat gleich das Gemälde „Feld mit Klatschmohn“ von Claude Monet vor Augen. Mohn war und ist eine Pflanze voller Geheimnisse und inspiriert auch heute immer wieder Maler.

Auch die seit mehr als 20 Jahren in Stolberg lebende Inge Müllenholz hat sich mit dieser Pflanze beschäftigt und stellt als erste Malerin in den neu gestalteten Räumlichkeiten der Stadtbücherei eine kleine Auswahl Bildern unter dem Titel „Flower Power - fantasievoll durch den Spätsommer“ aus.

Besonders stolz bei der Vernissage zeigte sich die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Goldmann, für die die Kunststadt Stolberg auf einem guten Weg sei. Auf ihre Initiative hin, hatte Diplombibliothekar Thomas Meirich das Unmögliche möglich gemacht. Die Arbeiten in den Räumlichkeiten wurde einen Tag vor Beginn der Ausstellung fertig.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Tourismus, Jochen Emonds. übernahm die Begrüßung und stellte das umfangreiche Angebot der städtischen Bücherei, die jährlich von 35.000 Besuchern bei 20 Öffnungsstunden pro Woche genutzt wird, kurz vor.

Er hob die Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten ebenso hervor wie die offenen Angebote, zu denen Autorenlesungen, Kindertheater und ähnliches zählen. Die überwiegend floralen farbenfrohen Exponate Inge Müllenholz’ zeigen verschiedene Techniken wie Pastelle, Aquarelle, Acrylgemälde, Kohle-, Graphit-, Tusche- und Seidenarbeiten.

Müllenholz malt seit früher Kindheit und hat an verschiedenen Schulwettbewerben mit Erfolg teilgenommen. Ihre Kunstlehrer rieten den Eltern, sie in der Kunst zu fördern. Diese bestanden aber darauf, dass sie erst einmal etwas „Vernünftiges“ lerne, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen.

So arbeitete sie den Eltern zuliebe zunächst als Sekretärin und Industriekauffrau, besuchte aber immer wieder Kurse bei renommierten Künstlern wie Leo Brenner & Astrid Aix (Aachen), Astrid Sabeti (Stolberg) und Paola Ince (Köln).

Großen Einfluss hatte Chin-Fa Cheng, ein Künstler und Dozent für chinesische Kalligraphie auf die Malerin gemacht. Er lehrte sie, in der Kunst ganz frei zu sein. So entstanden intuitive und spontane Gemälde, wie die Minutenbilder mit den Fantasieblumen zeigen.

Als Blume des Jahres 2017 gewählt, gibt sich der Klatschmohn mit wenig zufrieden und übt dennoch eine außergewöhnliche Faszination aus. Von weitem schon gut zu erkennen, gilt er als klassisches Ackerkraut, ist aber auch in vielen Gärten zu Hause. Jeder habe mit dem Mohn andere Assoziationen, so die Künstlerin. Den einen erinnert er an Schlaf und Träume, andere denken dabei an Liebe und Schmerzen. Neben dem roten ist auch der gelbe Klatschmohn vertreten.

Die Arbeitsplatte in ihrer Küche sei dabei die Inspiration für den Hintergrund gewesen. Neben den neueren Werken hat Inge Müllenholz auch eine kleine Auswahl älterer Werke mitgebracht, die sich mit der Kunst „Made in Heaven“ befasst. Zwei bekannte Wahrzeichen verschiedener Städte – Eiffelturm in Paris, Rialtobrücke in Venedig – sprechen für sich. Die Liebe liegt hier quasi in der Luft. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Oktober zu den gewohnten Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu besichtigen.

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