Stolberg: Stolberg hat Angst vor Atomkatastrophe

Stolberg: Stolberg hat Angst vor Atomkatastrophe

Die Kupferstadt Stolberg appelliert an die belgische Regierung, auf eine Reaktivierung der abgeschalteten Kernreaktoren Doel und Tihange zu verzichten. Gemeinsam stellen Grüne, SPD und CDU diesen Antrag, den der Stadtrat am 8. Dezember verabschieden wird.

Im nur eine halbe Autostunde von Stolberg entfernt liegenden Kernkraftwerk Tihange gebe es seit Jahren Probleme und Störfälle, argumentieren die Fraktionen. Trotz Tausender neuer Risse im maroden Reaktorblock Tihange 2 hat die belgische Regierung die Laufzeiten des mittlerweile 40 Jahre alten Blockes Tihange 1 um nochmals zehn Jahre verlängert. Wegen fehlenden Hochwasserschutzes hat das Kernkraftwerk im EU-Stresstest besonders schlecht abgeschnitten. Tihange stelle für Stolberg und die gesamte Euregio eine ernste und unkalkulierbare Gefahr dar.

Bei Unfällen könnten hier Mensch und Umwelt durch radioaktive Kontamination belastet, die gesamte Region unbewohnbar werden. Einen konkreten und im Ernstfall effektiv und schnell umsetzbaren Katastrophenschutzplan gebe es nicht.

Bund und Land, so heißt es im Antrag, sollen auf die belgische Regierung einwirken, die Reaktoren dauerhaft abzuschalten. Die Städteregion müsse die Ausarbeitung eines euregionalen Katastrophenplans forcieren.

Auf der kommenden Ratssitzung solle die Stadtverwaltung über den Schutz Stolbergs bei einer Katastrophe in Tihange informieren.

(-jül-)
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